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Sorry. Sie sind was um dreißig und haben Probleme, die sie in Comics Büchern bewältigen, Fragezeichen, Ausrufezeichen, Ausrufezeichen, Ausrufezeichen, sie tun mir jetzt schon leid.
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Music.
00:00:22
Und herzlich willkommen bei YAY Comics. Ich bin Carlos und in dieser Folge redet Lara mit Paulina Stolin, die gerade ihr sechshundert Seitenwerk,
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bei mir zu Hause im Jaya Verlag veröffentlicht hat,
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Vorher aber noch kurz der Hinweis, dass vor wenigen Wochen die virtuelle Comic Invasion stattgefunden hat. Da haben wir zwei Tage live aus dem Museum für Kommunikation Berlin gestreamt.
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Ein ganz buntes Programm aus Lesungen, Vorträgen, Gesprächen, Spielen.
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Und auf der Website gab's zusätzlich noch Ausstellungen und fast vierzig Ausstellerseiten, teilweise auch mit ganz spaßigen Videos,
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und die Aufzeichnung der Streamveranstaltung könnt ihr natürlich auch alle noch nachschauen jetzt. Also schaut mal da vorbei bis Ende Januar sind die Ausstellerseiten noch online und ihr findet alles auf Comic in Bas.
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Music.
00:01:15
Ich sitze hier an diesem grauen, kalten Oktobertag im Verlagshaus vom Jaya Verlag und ich sitze hier nicht alleine, denn bei mir sitzt.
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Paulina. Hallo Paulina, du machst Comics. Würdest du dich auch als Comic-Zeichnerin bezeichnen oder hast du einen anderen Therminus.
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Ich bin durchaus Comiczeichnerin und Autorin
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Wobei ich mein gesamtes Schaffen doch eher ganz großkotzig unter dem Titel Kunst subsumieren würde. Mhm. Wir reden natürlich über deine künstlerischen Werke
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Comics und anderes noch gleich, aber ähm vielleicht erzählst du uns ein bisschen noch was über dich so, du kommst oder bist.
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Aufgewachsen in Darmstadt. Ich wurde geboren in Presslau mit einem Jahr von meiner Mutter.
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Nach äh Darmstadt verfrachtet, genau und bin seit dort aufgewachsen, dort sozialisiert worden.
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Und hab diese die Stadtgrenzen auch recht selten verlassen. Das höchste der Gefühle war ein Auslandssemester in Krakau, aber sonst bin ich da immer in meinem pupsigen Kleinstadtkosmos geblieben,
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war das ein ganz bewusste Entscheidung oder hat sich's einfach so ergeben?
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Es hat sich dahingehend ergeben, da ich jetzt nicht die.
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Krassen finanziellen Mittel hatte, um äh mir das zu leisten irgendwo anders hinzuziehen,
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Aber als die Entscheidung im Raum stand ähm äh als es an Studien äh Studieren ging, ob ich.
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Irgendwo ganz anders hinziehe, habe ich mich schon bewusst für das Rhein-Main-Gebiet entschieden, weil ich mich in dem sozialen Gefüge sehr zuhause gefühlt habe und ja, das mich gehalten hat.
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Auch schon ein bisschen dieses Zuhause Ding, was dann später nochmal wichtig wird, aber du hast.
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Studiert, du hast Kommunikationsdesign studiert, war das da schon mit,
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im Hinterkopf oder wolltest du da noch was anderes werden hinterher.
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Also ich habe erst begonnen soziale Arbeit zu studieren. Mhm. Das habe ich dann abgebrochen und wollte Malerin erstmal werden.
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Habe mich dann an diversen Kunsthochschulen in Mainz, Offenbach, Frankfurt beworben und wurde fünfmal abgelehnt.
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Und als Notlösung habe ich mich dann Zähne knirschend für dieses Designzeug entschieden, also Kommunikationsdesign in Darmstadt, was tatsächlich
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nicht optimal war für meine Bedürfnisse, so kreativ und wild äh und bastlerisch zu sein, weil das ja schon eher so auf,
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Werbung, Gestaltung und sowas ausgelegt ist und ein Schwerpunkt in Typographie hat.
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Aber ich konnte mein Studium doch so einrichten, dass ich ähm mit meinem.
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Medium dem Zeichnen gut ausgelastet war und ich habe während des Studiums auch Comics entdeckt, nicht über das Studium, sondern über eine Freundin, aber da
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hat der Arsch und der Eimer auf einmal draufgepasst, meine lebenslange,
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Leidenschaft fürs Zeichen hat endlich einen Zweck gefunden. Das heißt, vorher warst du mit dem Mediumcomics noch gar nicht oder so gut wie gar nicht in Berührung?
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Ja, also da war tatsächlich eher so ein nebenbei Phänomen, dem mit dem ich mich gar nicht so stark identifizieren konnte. Es hatte für mich
00:04:40
eben auch diesen Beigeschmack von,
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oberflächlichen Medium, was für pubertierende Teenagerjungs, die ihre männlichen Allmachtspantasien irgendwie projizieren wollen, ähm.
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Also das äh hat für mich so gewirkt.
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Durch dann Scott mit Clouds, Comics richtig lesen, wurde mein Horizont da erweitert und meine Augen dafür geöffnet, welche unendlichen Möglichkeiten das Medium bietet
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Krass war das dann quasi dein allererstes Comic, was Gott eine Cloud oder mehr oder weniger. Also mir ist schon mal so hier per Sepulis übern Weg gelaufen und dies das. Aber
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ja durch seine theoretische Abhandlung, also wirklich ähm wie er dann zurückgeht zu äh ja.
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Ganz archaischen Formen von Bildererzählung, das hat auf jeden Fall eine Seite in mir zum Klingen gebracht und also sehr stark resoniert, mir.
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So ja wirklich gezeigt, was da alles geht. Das war mir vorher nicht so bewusst.
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Das ist ja das ist ja ungewöhnlich, weil viele Leute haben ja zumindest in ihrer Kindheit schon mal irgendwie Comics gelesen, aber dadurch ähm kommt man natürlich mit einem direkt ganz anderen Blickwinkel drauf. Was waren dann so die Nascop-McCloud, die nächsten Comics, die du dann so angeguckt hast.
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Ein Freund hat mir.
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Gegeben, da bin ich total drin aufgegangen, weil ich auch äh große Affinität äh Affinität für Serien habe. Mhm. Und ich mich da richtig schön verlieren konnte in den Charakteren.
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Uli Lust hat auf jeden Fall große Identifikationsmöglichkeiten ausgelöst,
00:06:17
Aber ich muss sagen, ansonsten bin ich da gar nicht so groß im Comic der anderen versunken, sondern habe äh dann eher Bestrebungen gehabt
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meine eigenen Comics zu machen und würde mich wahrscheinlich, also wenn ich hier jetzt so diese Berliner Comic Szene sehe, mich eher auch als untypische Comiczeichnerin einordnen. Ich habe in Darmstadt
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kaum Kontakt zu Comiczeichnerinnen und ähm würde auch sagen, hm ich fühle mich mit anderen,
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die dieses Medium äh bespielen auch nicht so automatisch verbunden,
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Weil ich mir denke, allein das Medium stellt ja keine geistige Verwandtschaft her, genauso wenn man sagt, hey magst du Bücher und das kann alles bedeuten oder hey, bist du auch jemand, der Filme guckt? Das stiftet ja auch nicht automatisch eine Gemeinsamkeit
00:07:07
und ähm ja in meinem sozialen Kreis sind äh dominant soziale Berufe und viele sind Musikerinnen
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ja da fühle ich mich dann eher über eine politische Einstellung oder einen bestimmten Humor oder eben bestimmten Charakter zugehörig als über dieses Medium. Mhm
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Aber du liest schon auch ab und zu noch Comics,
00:07:30
weil viele Leute mit denen ich gesprochen habe, die Comics machen, haben gar keine Zeit zum Comics lesen, weil sie entweder halt arbeiten müssen, um Geld zu verdienen.
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Oder dann in ihrer spärlichen Freizeit Comics machen. Hast du Zeit, Comics zu lesen oder ist das für dich auch schwierig, das noch unterzubringen.
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Bei mir ist es genauso wie du es gerade beschrieben hast, also der Comicmacher Lifestyle behindert mich tatsächlich selbst äh Comics zu lesen, zumal ich ja
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diesen Lifestyle arm bin und mir keine Comics leisten kann. Gut in der unserer Bibliothek wird immer mehr aufgestockt, also da ist zumindest da die Möglichkeit.
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Aber
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Ich bin eigentlich eher auch schon seit früh an am meisten der bildlosen Literatur zugeneigt, die ich mir halt praktischerweise zum Zeichnen per Hörbuch und Vorträge und Podcast zu Gemüte führe
00:08:22
Mhm
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Das heißt also du kannst nicht vom Comiczeichnen lesen. Also ich meine wie viele Leute können das in Deutschland ähm aber du hast auf jeden Fall wahrscheinlich dann noch irgendeinen anderen Job hat, der dann tatsächlich mit deinem.
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Noch irgendwas mit deinem künstlerischen Dasein zu tun, weil du hast ja gesagt, Kommunikationsdesign wäre ja dann zumindest irgendwie so Werbung, das ist ja zumindest kreativ, auch wenn's vielleicht
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Anders kreativ ist oder sehr eingeschränkte Kreativität ist, aber ist es dann sowas oder was machst du dann, um deine Miete zu bezahlen.
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Ich habe nach meinem Diplom zweitausendzwölf so ein ja Selbstständigkeit ausprobiert mit Designaufträgen und das hat mir halt meine Seele zerstört. Das war.
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Total ekelerregend, dann für zum Beispiel eine Unternehmensberatung, hübsche Illustrationen zu machen, wie sie ihren Kunden,
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darstellen, wie sie am besten ihre.
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Arbeit, Outsourcen, in Billiglohnländer und dann freundlich lächelnde Gestalten in Anzug gezeigt haben, wie man am besten die Leute wie man die Leute am Effizientesten ausbeutet.
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Und ganz viel dieser Art dann äh habe ich mir glücklicherweise den Arm gebrochen, äh musste alle Aufträge absagen und.
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Hab.
00:09:44
Das dann auch nicht mehr wieder aufgenommen, dann war erstmal ein Jahr Hartz vier dran und dann hat es sich so ergeben, dass ich ähm auf.
00:09:54
Meine soziale Ader sozusagen zurückgegriffen habe, denn ich habe einen sozialassistentinnen Ausbildung gemacht und habe äh auch ein Jahr im Altersheim gearbeitet, also,
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und diverse Praktika in verschiedenen sozialen Einrichtungen gemacht.
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Und dann ergab sich das so, dass sich zweitausendelf äh das war schon während des Studiums. Genau, aber dann habe ich ähm im Laufe der Zeit eine
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halbe Stelle bekommen in einer Betreuung für Kinder und Jugendliche, in der ich Beziehungsarbeit leiste und damit äh bezahle ich die Miete natürlich mehr schlecht als recht. Es ist total beschissen, bezahlt, aber das gibt mir die Stabilität
00:10:32
ähm um meinen künstlerischen Kram zu machen und es ähm äh ist auch durchaus Teil meines.
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Gesamtkunstwerkes äh im Leben, da ich ähm mich dort auf.
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Also ich habe dort äh ein gutes Standing. Ich habe meine Narrenfreiheit dort, ich kann mit den Kindern künstlerische Projekte machen, die meinen eigenen Horizont auch durchaus erweitern. Ich mache beispielsweise ein.
00:11:00
Magazin mit den Kindern.
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Äh dass größtenteils daraus besteht, dass ich ihnen jede Woche die Frage der Woche stelle, wie beispielsweise ähm.
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Wofür wärst du gerne berühmt, was würdest du gerne wissen.
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Ab wann ist man erwachsen? Äh was ist Klugheit, was ist Dummheit, äh welche Schlagzeile würdest du gerne in der Zeitung lesen
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über diese Fragen kommen wir dann ins Gespräch und ich lasse die Kinder dann in Handschrift diese äh ihre Antworten aufschreiben oder aufzeichnen, scanne dann das ein und kombiniere das dann einmal im Jahr zu einem Magazin. Mh.
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Also kommst, entkommst zu dem künstlerischen nicht so ganz auch mit deiner. Also es ist nicht so, dass du irgendwie,
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tagsüber was ganz anderes machst und dann deine Kreativität nur am Abend in deiner Wohnung auslebst, sondern du machst äh auch da irgendwie muss deine kreative Ader dann auch mit mit dabei sein.
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Auf jeden Fall, wie auch in meiner künstlerischen Arbeit ich die soziale Komponente mit einfließen lasse und ja das entspricht meiner Vorstellung von.
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Ja so einem gesamtheitlichen Leben, in dem diese nicht diese von mir falsch empfundene Trennung zwischen Arbeits und Privatleben stattfindet.
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Okay. Das heißt aber, dass du zumindest durch diese halbe Stelle Zeit hast, Comics.
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Zu machen. Wie gehst du daran? Also du hast ja jetzt dieses ziemlich lange Buch gemacht, das äh vorher hast du aber ja schon kürzere Comics gemacht. Was war denn dein erster Comic, den du gemacht hast? Also vielleicht einen, der in den man auch gar nicht,
00:12:36
zu sehen bekommen hat, weil du ihn gleich wieder in den Giftschrank geschmissen hast oder so. Was war der so, das das der erst, dass das oder der erste Comic und worum ging's da.
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Der erste Comic war eine Semesterarbeit in meinem Entwurfskurs und der.
00:12:51
Basierte auf einer Kurzgeschichte von Joster in Garda namens Theo Bald und Theodor, in dem eine Romanfigur zum Leben erweckt und mit dem Autor äh so ein Battle um die Realität äh,
00:13:05
abfackelt, keine Ahnung. Ähm also ich ich mag immer diese existenziellen Metergeschichten. Das war Bilder buchmäßig dafür.
00:13:14
Charlie Kaufmann mäßig, ja. Äh und dann war so ein in einer.
00:13:23
Folgen, also ich habe von da an dann beschlossen, jede Semesterarbeit es ging zu einem Comic äh werden zu lassen. Dann habe ich ein Semester darauf, einen ganz großen Fail ähm
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mit ganz viel Mühe erarbeitet. Da habe ich mich in einem Semester mit ähm Autos und wie sie unsere Welt verhässlichen beschäftigt.
00:13:45
Und daraus auch einen Comic gemacht, der aber hach, da habe ich einfach in kürzester Zeit so ganz, ganz viele Fehler gemacht und das ist so ein scheußliches Ding. Es wäre mir sehr, sehr peinlich, wenn irgendwer das sehen würde, es ist ähm
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Aber sehr, sehr wichtig dieses Ding gemacht zu haben, um diese Fehler,
00:14:05
mal tatsächlich in lang und breit und ausführlich selbst gemacht zu haben, um sie bloß nie, nie wieder zu wiederholen. Dann ähm habe ich mir für mein Diplom eine einen Comic Roman vorgenommen.
00:14:18
Dafür auch extra mir ein Semester vorher Zeit genommen um nur zu schreiben, um wirklich einen Inhalt äh erstmal zu produzieren, der richtig stabil steht und.
00:14:32
Habe dafür auch ähm noch äh an einer anderen Hochschule ein Drehbuch, Schreibekurs beschäftigt, äh äh besucht.
00:14:41
Mich mit äh der Heldenreise beschäftigt und anderen Erzählformen auch dann mein theoretisches ähm Diplom über Plott schreiben gemacht, also mich mit diesen Geschichten erzähle, Handwerk tief auseinandergesetzt.
00:14:56
Und ähm ja das wurde dann mein erster Comic mindestens eine Sekunde und höchstens dein ganzes Leben, den ich nach dem Diplom noch etwa.
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Eineinhalb Jahre weiter bearbeitet habe und dann.
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Im Jahr Jahr Verlag veröffentlicht habe. Nochmal kurz zu deinem Fake. Die interessantesten Dinge. Na ja, es ist
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Es ist ja schon auch wichtig, glaube ich, über solche Dinge zu sprechen, weil ich glaube, es wird viel zu wenig übers Fehler machen geredet, immer noch. Also es hat sich zwar in den letzten Jahren man immer wieder mal so als Thema kurz auf äh,
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geschwungen, so dann wird gibt's mal einen Artikel über die sogenannte Fehlerkultur. Es ist aber dann oft auch eher im.
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Entweder gleich in so wirtschaftlichen Kontexten, so dass äh ja, wenn ich mal ein Unternehmen gründe, Start-up und das funktioniert dann nicht, dann ist das nicht so schlimm.
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Ähm, das ist aber ja was ganz anderes, als wenn man jetzt von so einem künstlerischen Projekt ähm oder so ein weil da bei so einem künstlerischen, da steckt ja auch nochmal bei den meisten Leuten sehr, sehr viel mehr.
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Persönlichkeit drin. Wenn du magst, kannst du noch ein bisschen über.
00:16:01
Die Fehler sprechen, die du gemacht hast, ähm damit das noch ein bisschen konkreter wird, was für Fehler das genau waren und welche Lehren du daraus gezogen hast.
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Also ich fand's schön, dass du da gerade nachbohrst, denn äh ich finde es auch eigentlich am interessantesten bei anderen diese ungelogenen Dinge äh
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da wird hier so viel offenbar, was man die ganze Zeit zu verstecken trachtet und zu überschminken sucht.
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Ich vermute.
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Die wichtigste Lektion, die ich aus diesem großen Fail gelernt habe, war meine Selbstdarstellung als alter Ego. Weil das ist ja echt immer so ein Balanceakt, sich ähm.
00:16:43
Nicht,
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Also schon so Self-Deprecating, aber auch nicht zu sehr darzustellen, zu hässlich, zu dumm, zu sonst was.
00:16:54
Aber ist es natürlich ebenso peinlich, sich total als glorreiche, strahlende Idealfigur darzustellen, die nie einen Fehler macht. Wahrscheinlich noch peinlicher. Auf jeden Fall
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Aber beides ist falsch. Mhm. Und ja auf jeden Fall in dem.
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Fail Comic, da habe ich mich halt so als die moralische Überfrau dargestellt
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dieses Problem mit diesen beschissenen Autos überall sieht und der Welt ist endlich klarmachen will und niemand versteht sie, aber sie hat so Recht und so deswegen ähm
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also da würde ich selbst nicht von anderen lesen wollen diese.
00:17:34
Darstellung ohne Fehler. Eigentlich interessant, dass der Fehler an dem Comic war, dass ich dich, dass ich mich fehlerlos dargestellt habe,
00:17:41
Glaubst du, das kommt auch so ein bisschen, das kam vielleicht so ein bisschen aus dem Anspruch, dass wenn man so eine politische Aussage hat.
00:17:49
Dass man dann möglichst unangreifbar und ohne Fehler das machen muss.
00:17:55
Dieses dieses falsche Denken, das ja möglichst lückenlos keine Angriffsfläche, damit die, damit die Message halt nicht nur ankommt, sondern auch überzeugend ist.
00:18:04
Ich glaube, da hast du einen sehr guten Punkt getroffen und ähm ja, der aber auch wirklich wieder schwierig ist. Also selbstverständlich ist politischer Arbeit eine andere als künstlerische Arbeit, also schwierig, äh das zu trennen, aber
00:18:17
es ist ja schon wichtig so eindeutige klare Ansagen zu machen, die nicht missverständlich sind und das beißt sich häufig
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mit äh künstlerischer Arbeit, die ja gerade dadurch reizvoll wird, wenn sie Widersprüche aufzeigt und Ambivalenzen.
00:18:34
Ich ähm muss an eine Frage zurückdenken, die du mir vor zwei Tagen bei der Lesung hier gestellt hast, die mich sehr gefreut hat. Und zwar hast du gefragt.
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Ob ich mit dem Comic mehr Fragen oder mehr Antworten geben möchte.
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Und die hat mich im Nachhinein noch sehr beschäftigt und ich würde im Nachhinein ähm also ich habe geantwortet und äh das meine ich auch immer noch, dass.
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Ich ähm mehr Fragen aufwerfen wollte, indem ich meine Widersprüche offen gelegt habe, beispielsweise meine feministischen Ansprüche, die sich mit meinem,
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internalisierten Mail Gays, weißen äh aber letztendlich vielleicht ähm,
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springe ich dann doch nochmal und sage, ja ich möchte eine Antwort geben und die Antwort lautet, dass es eben nie eine abschließende Antwort gibt und dass äh dieser Kampf mit den Widersprüchen.
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Der führt zur Entwicklung und,
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dazu gehört aber auch sie ehrlich und offen auszusprechen und nicht so zu tun als würden sie nicht bestehen. Ja, ich glaube das ist so auch,
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bisschen große Herausforderung unserer heutigen Zeit, denn eigentlich ist allen klar, dass es keine einfachen Antworten auf äh die sie
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komplexen Fragen unserer Zeit gibt, egal auf welcher Ebene, persönlich gesamtgesellschaftlich, global, wie auch immer. Die Welt ist kompliziert und komplex,
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wir Menschen.
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Mögen's aber eigentlich eher, wenn wir einfache Antworten äh und klare Antworten haben, aber das funktioniert halt nicht. Und diese diese Widersprüchlichkeit aufzulösen ist glaube ich eine große Herausforderung der Kunst, egal in welcher Form und egal in welchem Medium.
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Aber,
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Ich denke, dass du vor allem damit Recht hast zu sagen, dass wir uns vor diesen Widersprüchen nicht verschließen sollten. Wir sollten sagen, ja, das ist da und.
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Ja, hier gibt's natürlich äh irgendwo Lücken oder Probleme, die muss man mitbedenken und die werden jetzt durch meine Sicht vielleicht nicht aufgelöst.
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Aber das macht ja den macht ja den Punkt oder die Aussage nicht automatisch falsch.
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Kommt auch gerade noch eine Lidzeile von meinem hochgeschätzten Georg Kreisler in den Sinn der sagte.
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Die Welt ist groß und voller Dissonanzen, die man genießen könnte, wäre man nicht gegrillt. Also nicht nur, dass diese Disonanzen
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zwingender Bestandteil für eine Evolution, für eine Entwicklung sind, sondern sie sind halt auch einfach interessant. Sie machen äh das,
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Leben halt mehrfach statt einfach. Ja. Genau. Und ich glaube auf Dauer ist es sowieso viel interessanter diese Mehrfach.
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Mehrfachen Dinge, diese diese Dissonanzen, diese Widersprüche lohnt es sich eigentlich auch öfter anzuschauen,
00:21:21
Geschichte oder ein künstlerisches Werk, das eine sehr simple Sache mir erzählt und eine sehr simplere Aussage hat
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muss ich vielleicht nicht zwei, drei Mal irgendwie mir angucken, außer ich ziehe daraus vielleicht nochmal was Persönliches irgendwie so eine Powerman Sache. Kann ja auch eher was ähm einfaches sein, aber sich immer wieder mit sowas auseinanderzusetzen, auch.
00:21:41
Zeitlichen Abständen, um dann nochmal gegen zu checken.
00:21:44
Wie habe ich mich eigentlich und meine, wie verändert, wie ist meine Perspektive auf diese Disonanz, finde ich ähm ziemlich interessant und.
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Die Sache mit dem Lied finde ich ähm deswegen auch interessant, weil dein.
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Anderes Comic, das war glaube ich der direkte Vorgänger zu bei mir zu Hause, Right Herr Right Northing ähm ist ja nicht nur.
00:22:04
Deutlich kürzer, sondern ähm ich meine, du hast irgendwo mal gesagt, dass es für dich so ein bisschen eine.
00:22:12
Comicfassung von einem von das, was einem, was ein Lied sein könnte, irgendwie.
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Darstellen soll. Vielleicht magst du da noch ein bisschen was dazu sagen? Warum ist dieser Comic für dich irgendwie ein Lied? Hm ähm.
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Ist ähm rein formell würde ich sagen, hat es was Musikalisches, weil es eben.
00:22:34
Ja zwischen diesen wortlosen Sequenzen und den Dialogen so eine rhythmisches Zusammenspiel gibt.
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Ich muss sagen, also ich äh ich habe da so eine Antwort auf der Zunge liegen, aber sie lässt sich für mich schwer in Worte fassen. Es hat ähm.
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Ja
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Es hat sowas Musikalisches halt, es hat so äh auch im Gesamtrhythmus einfach wie so ein Auftakt und dann so.
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Ein Interlut oder sowas und ja ich habe auch ähm ja.
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Nicht ohne Grund dem Comic im den Credits eine Playlist äh hinzugefügt.
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Weil äh die Musik ein ganz wichtiger Bestandteil beim Schaffensprozess war und
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irgendwie auch die Kürze des wiederspiegelt, dass das so ein Lied ist
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Ach, ich weiß es nicht, äh wie ich's besser sagen kann. Nee, das ist auch äh ich finde schon ganz gut, der erklärt auf jeden Fall. Ist das so ein bisschen nachvollziehbarer und manchmal kann man's auch nicht in Worte fassen. Dafür hast du ja den Comic gemacht.
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Also wenn du es nur in Worte fassen könntest, hättest du vielleicht einen Text geschrieben und äh,
00:23:50
Deswegen man muss auch nicht immer alles perfekt dann begründen können. Ähm was ich aber auf jeden Fall auch interessant finde, ist, dass da schon so diese
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dieses dieses Lice of Life Alltagsgeschichten so ein bisschen rauskam, aber eigentlich irgendwie also es es könnte die.
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So ein bisschen die Anti-These zu deinem bei mir zu Hause sein in so vielen Hinricht, also allein durch die Länge natürlich. Das Format ist natürlich einfach viel kürzer. Ähm aber es ist ja auch.
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Inhaltlich.
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Genau das Gegenteil, weil du bist ja nicht zu Hause, du bist ja unterwegs und genießt dieses Unterwegsein, das nicht zu Hause sein. Gleichzeitig ist reflektiert's natürlich auch, ähm dass.
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Was ist zu Hause, weil du kommst ja an einen Ort zurück, ist ja kein völlig neuer Ort in dem Comic. Also es könnte sowas wie die Vorgeschichte sein, aber wahrscheinlich,
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war's das nicht. Wie bist du da rangegangen? Also hattest du die Geschichte komplett schon im Kopf von Right Herr Nosing oder,
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war das eher so ein Flow, wo du gesagt hast, okay, ich höre jetzt ein bisschen Musik und dann schaue ich mal, wohin's geht oder wie wie bist du daran gegangen.
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Also ich würde doch sagen, dass es eine Vorgeschichte war, beziehungsweise halt alles, was ich bisher getan habe, war eine Vorgeschichte. Ich sehe, also
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Ich finde, ähm es wäre sehr wichtig, so in Prozessen und Entwicklungen zu denken und das alles eine Konsequenz des äh Vorhergehenden ist.
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Rekorierend auf unser neuliches Gespräch über Kausalität und den freien Willen und äh diese Dinge.
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Ähm und äh das in bereit Herr Right Nowing, das ja in Krakau spielt, dass das ähm.
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Kein Zuhause wäre, da würde ich auch nochmal das würde ich auch nochmal anfechten, da ich ja gerade auch
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bei mir zu Hause in Frage stelle, ob äh das Zuhause Gefühle an einen geographischen Ort gebunden ist. Aber wie ich daran gegangen bin, an bereit Heritenowsing war,
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dass ähm ja, es war eigentlich ein eher untypischer Schaffensprozess, äh untypisch für mein.
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Üblichen Schaffensprozess der total unromantisch stattfindet und einfach äh schwere Arbeit ist, so wie Steven King ist in On-Righting sehr schön sagt,
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Schreiben besteht größtenteils aus im Sitzen Scheiße Schaufeln. Und so ist üblicherweise der Prozess bei Berry Herr Noting war es tatsächlich so, wie man äh sich das gerne vorstellt, dass so,
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geküsst hat, der blitzt der Erkenntnis ähm mich erleuchtet hat.
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Und ähm und ich äh in Lichte dieser Eingebung innerhalb von einer total.
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Durchgemachten Nacht äh voller Speed und Alkohol in einem Rutsch des äh Skript drunter geschrieben habe,
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und dann ein halbes Jahr etwa, das war mein Hartz vier Jahr von morgens bis abends da dran gehockt habe und das wirklich so in einem Rutsch durchgeraubt habe, ja.
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War das dann auch nochmal auf künstlerischer Ebene für dich irgendwie so ein, so ein Prozess der Erkenntnis, dass das weil das wenn das vorher noch nicht so war? Was hat es da mit dir gemacht.
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Das hat mir so ein krasses Selbstvertrauen gegeben in meine Ideen,
00:27:06
mindestens eine Sekunde habe ich mit ganz vielen Freunden, die sich eben auch mit Textschreiben auskennen äh zusammen ganz stark ausgehandelt. Bei Diright Hurate Nowhing habe ich erstmals mir voll und ganz vertraut meiner Intuition
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und ähm auch bewusst bevor es nicht äh fertig war, keinem zweiten Augenpaar gezeigt, sodass ich erstmal
00:27:30
ist wirklich vollständig mit mir selbst ausgehandelt haben, meine künstlerische Vision unverfälscht von den Meinungen anderer in Reihenform erstmal rausgekotzt habe und erst dann in den Dialog gegangen bin, dann habe ich auch äh auch
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Dinge verändert und irgendwelche Stolpersteine im äh beseitigt,
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aber das war für meinen Prozess sehr wichtig, so dieses Selbstbewusstsein zu bekommen. Also das äh hat sich dann auch,
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dann eingestellt als ich gemerkt habe, das funktioniert. Ich habe äh etwas genau so gemacht, nur nach.
00:28:06
Wie ich es als richtig erachte und die Leute haben das verstanden und das hat ähm.
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Mich auch befeuert, also ist bei bei mir zu Hause genauso zu machen, dort habe ich auch all die fünf Jahre, dass äh niemanden gezeigt. Mhm. Das ist bei so einem großen Projekt mit so vielen Seiten natürlich noch,
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ein größeres, ja, ich möcht's, möcht's eigentlich nicht Risiko nennen, sondern einfach nur ein größerer Schritt äh ein ein.
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Noch ein größerer Akt des Selbstvertrauens in dem Sinne und da stimmt es natürlich komplett, wenn du sagst, ähm die.
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Ganzen Werke oder dein ganzes künstlerisches Schaffen vorher ist hat kausale Wirkungen auf das, was als nächstes kommt.
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Aber es war ja schon ein ziemlich großer Schritt dann von so einer kurzen Geschichte zu so einem Riesenwerk.
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Was war der Auslöser für dich zu sagen, ich mache das jetzt,
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so umfassend und nicht okay, ich mache jetzt viele kleine Episoden draus, weil die Geschichten, die da drin erzählt werden, könnte man ja auch aufteilen.
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Sechs Bände oder so, sage ich jetzt mal. Was war für dich das auslösende Moment,
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oder woher kommt die Entscheidung, dass als ein umfassendes Werk und dann auch noch gedruckt.
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Als umfassendes Werk rauszubringen und nicht irgendwie als Webcomic oder in irgendwelchen anderen Fassungen.
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Ist ähm entsprang einerseits dem Bedürfnis halt so einen großen Wurf zu machen, so einen Opus Magnum hier in den Raum zu stellen und so ein richtig dickes Ding zu drehen, so ein gewaltiges Ding.
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Den Leuten endlich mal zeigt, was ich auf dem Kasten habe, ja? Und ähm ich habe durchaus am Anfang mit dem Gedanken gespielt äh diese
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als Serie zu konzipieren, deren einzelnen Episoden ja auch äh für sich stehend funktionieren.
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Aber mir gefiel nicht die Vorstellung, dass dann.
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Ja diese vereinzelnen Pisoden aus einem Kontext zusammen heraus in die Hände von irgendwem gelangen könnten und so wollte ich das eigentlich ja schon direkt zusammengefasst haben.
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Im Zuge dessen hat sich dann auch bei mir das Bedürfnis herausgeschält, nicht.
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Einzelne Episoden, also,
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beides gleichzeitig. Einzelne Episoden, aber eingebettet in einem großen und ganzen mit Anfang Mitte und Ende. Mhm. Äh zu kreieren und ähm.
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Zur Frage, warum gedruckt und nicht digital.
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Da habe ich auch nicht so eine eindeutige Antwort darauf, würde aber sagen, dass auf jeden Fall ich äh dem Comic,
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auf das gedruckte Medium hingezeichnet habe und dass er auch nicht digital funktioniert, da ich ganz bewusst äh immer in Doppelseiten denke, die glaube ich Will Eisner auch so schön das Metapanel genannt hat, das der
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Da hat man, sobald man umblättert, erstmal so einen Gesamteindruck äh und geht dann in die Details. Eigentlich wie auch mit dem Gesamtwerk, das ist so einzelne Episoden sind und das Große und Ganze beides. Mhm.
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Und wenn wir jetzt nochmal ganz runterbrechen, du hast jetzt äh du hast äh gesagt, ne, du hast es so konzipiert, wie arbeitest du dann, also,
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Was sind so deine Werkzeuge? Wie gehst du ran? Schreibst du der, hast du dir ein komplettes Skript für das ganze Ding vorher geschrieben? Hast du dann das komplette Ding erstmal
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Vorzeichnungen gemacht, dann hast du's äh Bleistift gezeichnet, dann hast du das komplette Ding getuscht und dann hast du noch Farben drauf geklatscht und hast du das alles ähm physisch mit ähm
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Buntstiften gemacht oder mit Aquarelle oder äh alles digital oder wie ist dein, wie ist da dein kreativer Schaffensprozess abgelaufen.
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Am Anfang stand auf jeden Fall erstmal schreiben, schreiben, schreiben, Ideen sammeln, ein ein großes Sammeln Syrien von Ideen,
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herstellen und dann diese Ideen neu miteinander kombinieren und dann schließlich der wichtigste Schritt,
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dahingehend kürzen, kürzen, kürzen, all den uninteressanten Schnickschnack raus in die Mülltonne bis nur nach äh der Juicy Star übrig bleibt, dann äh nachdem.
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Mir ich einige Ideen gesammelt habe, die mir gefallen haben, habe ich begonnen, sie zu skizzieren, überhaupt nicht analog, ausschließlich am Grafiktablett, denn ich empfinde.
00:32:43
Da den Weg von der Idee zur Umsetzung als wesentlich kürzer ist es viel unmittelbarer, man muss nicht so viel mit der Trägheit der Materie kämpfen und ähm von da an.
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War aber der ganze Schaffensprozess schon von so einer wechselseitigen Gleichzeitigkeit zwischen äh machen und kritisch überprüfen, was ich da mache, geprägt in so einem Wechselspiel und ähm
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vielleicht kann man sich das ganz gut vorstellen. Also ich hatte halt einen Innendesign-Dokument, äh in dem ich.
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Einerseits erstmal Text oder wenn schon vorhanden Skizzen versammelt habe und ähm ja habe das dann halt,
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versucht möglichst gleichmäßig Anfang Mitte und Ende hatte ich dann eben mehrere Baustellen, manche schon ausgereifter, manche noch rudimentärer. Und dann habe ich dann,
00:33:32
eben überall mal hier mal dort, mal da und das alles gleichzeitig mehr oder weniger äh in äh in Reihenzeichnungen gebracht.
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Und als es dann eine gewisse Stabilität hatte, mehrere Durchgänge eben von vorne bis hinten dann einmal eine Schicht äh blaue Schatten darüber, dann einmal eine Schicht. Äh dieses und dieses Element dadrüber und.
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So, dieses.
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Schichtarbeiten ist das dann für dich auch noch irgendwo ein kreativer Reiz oder ist es dann eher das Monotono runterrattern und nur noch eben die das reine.
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Ab ähm arbeiten und wie, wenn das so ist, äh wie, wie hält man sich bei sechshundert Seiten dabei, am Ball, sage ich mal.
00:34:18
Also ähm es ist,
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gewissermaßen schon monotones runterrattern in mancher Hinsicht. Natürlich ähm habe ich von mir abverlangt, dass ich auch, wenn ich dann irgendwie, weiß nicht
00:34:31
eine Stunde lang Maschen von einem Maschendrahtzaun oder sowas male ähm dann nicht vergesse, also.
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Das ist äh ich schon immer wieder kritisch zurücktrete und schaue, ob es äh die Erzählweise.
00:34:45
Gut illustriert, aber tatsächlich gab es äh viele Stunden
00:34:50
von Arbeit, bei der ich mich nicht groß reinfühlen musste oder groß reindenken musste und da habe ich mir einfach mich,
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tonnenweise vollgeballert mit Podcasts und Hörbüchern und Vorträgen und Stand-up-Comedy
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Okay. Wer ist dein Favorite Comedian? Oh Gott, jetzt kommt wieder diese Frage, wo ich dann später die viel besseren Antworten ähm bekomme
00:35:14
mir in den Sinn kommen
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also wie ich auch hier schon in the Right Nowfing angeschnitten habe, Louis Cay spielt eine riesige Rolle in meinem Leben und äh seine Serie Louis hat auch ganz massiv meine Motivation
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feuert das zu machen, was ich mache. Es war halt echt ein interessanter Moment, als er als dann offenkundig wurde, dass er eben sexuelle,
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Übergriffe anderen Frauen angetan hat und ich fand's interessant, auch meine innere Reaktion,
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darauf zu beobachten. Äh automatisch bin ich in so eine Verteidigungs- und Leugnungsstellung gegangen und wollte es erstmal so runterreden. Habe das dann aber auch beobachtet und reflektiert und ähm ja, bin dann.
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Auf echt eine interessante Art und Weise mit diesem Thema.
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Also habe mich erstmals wirklich damit auseinandergesetzt und bin auch immer noch zu keinem äh Ergebnis für mich gelangt in also bezüglich dieser Trennung von,
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Künstler, Mensch und Werk.
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Ein Freund von mir, der Fabian Leer hat einen tollen Text geschrieben, Kommunismus, Kunst und Kitsch, in dem er das auch thematisiert und der mir.
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Gut gefallen hat, unter anderem hat er das Beispiel von Michelle Welle Beck in den Raum gestellt, der ja auch ein Mesogüner Rassist aber doch gleichzeitig einer der größten Romanciers unserer Zeit ist und gerade seine ähm.
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Misugenie und seinen Rassismus äh ja das also so kostbar sind, weil er es eben es ist kostbar, dass er es schafft es in der Art ansprechende literarische Form zu packen. Da es eben ein,
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Getreue, eine getreue Wiederspiegelung unserer Gegenwart ist und äh seine Romane.
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Menschen in zweihundert Jahren sehr.
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Unmittelbar und sehr lebendig vermitteln werden, wie es sich anfühlt heute auf der Welt zu sein. Mhm. Und deswegen ist seine Kunst
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sehr, sehr wertvoll und äh ich finde man,
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also es gehört auch dazu zur Reifung von künstlerischer Rezeption finde ich, dass man Werke rezipiert ohne automatisch sich identifizierend mit ihnen zu verschmelzen. Das habe ich nämlich früher gemacht. Mhm. Ähm weil immer mich äh.
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Immer so in gut und böse auch gedacht und ähm.
00:37:35
Es nicht genießen können, wenn jemand zwar eine abweichende Meinung von mir hatte, die aber trotzdem äh interessant dargestellt wurde. Mhm.
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Das ist ja auf jeden Fall eine schwierige Sache mit diesem mit diesem äh Trennung von Kunst und Werk. Ich finde die die ähm
00:37:54
den Ansatz zu sagen, ja, die werden dann in zweihundert Jahren äh am am diesem Beispiel total authentisch, weil es aus dem eigenen Ich.
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Mehr oder weniger ähm aus wahrscheinlich ähm ungefiltert in dem Sinne feststellen können, wie es heute war. Ähm.
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Aber gleichzeitig ist es natürlich schon auch eine schwierige Sache, diesen Leuten dann aufmerksamkeit und Plattformen zu
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bieten, finde ich, also wenn wir dann jetzt weiterhin eben über diese Leute sprechen und viele Leute sie eben weiterhin abfeiern für diese Sachen
00:38:30
dann ist es schon schwierig finde ich, ähm dass andere einfach auszublenden und zu sagen, ja ja ähm ich weiß schon, dass da ein Rassist ist, aber dieser eine Witz, der ist so gut
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ähm den den kann ich nicht vergessen nehmen, muss ich weiter auch hier produzieren, den erzähle ich auch all anderen Leuten. Ich empfehle denen auch. Weiter ähm,
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obwohl ich mir eigentlich bewusst sind, dass das problematisch ist, aber ich ähm.
00:38:55
Trotzdem weiterhin diese Aufmerksamkeit. Ich finde, das ist schon auch, da kommen wir zum Thema Dessomanzen und Widersprüche, das ist ein schwieriges Thema unserer Zeit, da kommt ja auch dieser ähm rechtskonservative.
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Kampf bekannt Culture. Mhm. Momentan es gab's wieder irgendwelche komischen ähm
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Die Talkshowrunden und äh Zeitungsartikel, die sich darüber ausgelassen haben, leider meistens aus diesen rechtskonservativen Kreisen und ähm da wird viel unterstellt
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wie würdest du das denn weiter jetzt weiter treibt, wie soll man damit jetzt weiter umgehen oder wie gehst du jetzt damit um? Auch in Zukunft, also jetzt nicht unbedingt nur rückblickend auf Luis Cay, sondern auch generell so in die wie gehst du mit dieser,
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Haltung ran, wie wie siehst du das selber und wie.
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Was, wie diskutierst du da mit anderen Leuten drüber, die da vielleicht in die ein oder andere eine Richtung viel eindeutiger sind.
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Gute Fragen und ähm ich würde die erstmal damit übereinstimmen, wenn ich jetzt über Ressourcen verfügen würde und sagen würde, okay, diese ich,
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engagiere eine ein.
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Musogünen Rassisten oder jemanden, der es nicht ist, dann würde ich mich für zweitere Person auf jeden Fall entscheiden und das als förderungswürdiger erach.
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Aber und ich bin wie gesagt immer noch äh bei keiner Antwort angekommen. Mhm. Ähm.
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Aber Art und Weise, wie ich darüber diskutieren möchte, ist schon auch äh das in Frage zu stellen, inwiefern.
00:40:24
Ähm man jetzt künstlerischen oder philosophischen oder wissenschaftlichen Output von.
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Rechten ähm ja wie man den behandelt. Eine Frage, die ich gerne stelle, äh ist ähm wenn ich
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Ja, ein Stück Kuchen servieren würdest für das richtig lecker aussehen und der das so die würde das Wasser im Mund zusammenlaufen und ich würde sagen, der ist von einem Nazi gebacken. Würdest du den dann essen? Also das ist ja, da ist ja offensichtlich, dass ein
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der Genuss dieses Produktes in keinster Weise dieser
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Person irgendwie mehr Auftrieb verschafft oder irgendwelche irgendwas falsches reproduziert. Mhm.
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Das ist eine interessante äh Metapher dafür. Ist natürlich äh muss man also.
00:41:13
Brauchen wir jetzt nicht in äh in detailweiter drauf eingehen. Vielleicht äh ist es für euch da draußen einfach mal eine interessante ähm Frage, die euch reflektieren könnt. Wie würdet ihr damit umgehen? Ähm.
00:41:23
Ich finde aber, dass sich diese diese Fragen, die du dir stellst, die spielen sich in deinem Comic ganz oft
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findet man die, also das Fragenstellen scheint dir durchaus tatsächlich ähm auch künstlerisch ähm wichtig zu sein, weil also es wird ja sogar in einer Episode ganz ähm
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deutlich gesagt so, du bist auf irgendeiner, du bist auf einer Party, ich weiß gar nicht, ist glaube ich deine Geburtstagsparty sogar und dann wird's eingeleitet mit du stellst doch immer so seltsame Fragen,
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Ähm und dann entwickelt sich daraus erst so.
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Ja, ich sage mal so, noch ein etwas lockeres Gespräch, das aber sehr schnell politisch wird. Diese, diese Fragenstellerei und gerade diese Szene, warum ist die in diesem Comi.
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Wichtig, warum war dir das wichtig, dass das drin ist?
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Ja, weil das halt so elementarer Bestandteil meines ganzen Seins ist. Also eine der ersten Kindheitserinnerungen, die ich habe, wie ich mit meinem Vater Auto fahre und irgendwie hat's mich immer
00:42:18
so diese Autofahrstille und dieses Treiben äh entlang der Landschaft in mir auch
00:42:24
häufig so provoziert. Papa, was würdest du machen, wenn das und das? Papa, was soll das? Hier und das. Und immer, oh, Paulina, diese Fragen äh das war schon von früher auf so mein Pfing. Mhm. Und auch ja ähm
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in meinem weiteren Leben war's dann ganz häufig der Fall, gerade beim Ausgehen
00:42:43
ich beneide ja sehr stark die Leute, die einfach so stundenlang tanzen können, das sieht immer so aufregend aus und sexy und cool, aber ich langweile mich leider sehr schnell
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dabei und finde halt viel mehr Erfüllung äh irgendwo äh.
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Coole Gespräche anzuzetteln und die Urform dessen sind halt gute Fragen, also wie auch äh schon ich mit meiner sozialen Arbeit mit den Jugendlichen inustriert habe und ich ähm.
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Lege auch wirklich guten äh Wert darauf, die Fragen so zu stellen, dass sie
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in meinem Gegenüber Lust erwecken, die Fragen zu beantworten. Das Gegenteil davon empfinde ich die Frage, wie geht's dir oder noch schlimmer
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Na. Das ist einfach so, ach da
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da regt sich gar nichts in mir, das ist viel zu allgemein, ne? Es braucht so eine gewisse äh Quäntchen Spezifizität, um irgendwo anzuhaken. Mhm. Zum Beispiel, wenn ich äh die einfach die Frage ähm einen meiner Lieblingsfragen auch
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sagt mir eine coole und eine blöde Sache von deinem heute. Mhm. Das ist schon so genau speziell und es ist eben auch nicht nur darauf angerichtet ausgerichtet wie
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bei den häufigsten Fragen, bei wie geht's mir, dass man
00:44:00
alles ist gut und war langweilig, langweilig, sondern dass es eben auch das Unangenehme den Raum bietet. Du magst also kein Smalltalk.
00:44:09
Ja, ja, also Smalltalk, wenn's eben dieses oberflächliche Geplänkel und Wiederholen von Offensichtlichkeiten ist, da könnte ich abkotzen, ja. Okay.
00:44:17
Wenn man sich jetzt dein Buch und dein äh deine Geschichte so anguckt, dann ist es ja schon alles sehr.
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Aus dem Alltag, aus dem Leben gegriffen, man ist live of Life, nennt kann man das nennen, man kann das auch anders nennen, wie wie würdest du denn das so nennen, was,
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Wenn man fragt so, was für eine Art Comic ist denn das? Ähm also es ist ja kein Science-Fiction-Comic, es ist.
00:44:39
Wahrscheinlich kein Horrorcomic, kommt drauf an, wer es liest, aber äh die Rechten eine glückliche Linke. Für die ist das der Horror. Ähm wie würdest du das bezeichnen? Was ist denn bei mir zu Hause für ein Comic?
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Ich finde mich sehr gut wieder in dem Genre
00:44:56
News and Carity. Was ja so vor zehn, fünfzehn Jahren, soweit ich das auf dem Schirm habe in den USA geboren wurde, auch noch äh unter dem Begriff Mumble Core, als
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Anti-These zu den ironischen Neunzigern, in denen man überall drüber stand und uneigentliches Sprechen äh dominiert hat und in dem
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Ö.
00:45:20
Alle verlacht wurden, die ganz aufrichtig und ehrlich und hip yes äh über ihre Gefühle gesprochen haben und als Gegenreaktion darauf äh Kunst entstanden ist
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die eben dieses den schnöden Alltag in all seinen Details gezeigt hat, die auch gerade diese.
00:45:40
Unvorteilhafte Langweiligkeit des eigenen Lebens äh mitten auf die Bühne gestellt hat, die zuvor tunlichst versteckt wurde.
00:45:48
Und daran ins Anknüpfen.
00:45:52
Warum sollten sich die Leute für deinen schnitten Alltag interessieren? Weil jeder schnöde Alltag interessant ist. Mein Schnüderalltag ist nicht interessant, weil es mein äh ist, sondern,
00:46:03
weil ähm jeder Mensch so
00:46:06
einen bestimmten Ausschnitt aus diesem krassen Universum sieht und ich es als höchst erstrebenswert finde uns alle gegenseitig unsere Sichtweisen zu zeigen, um ein,
00:46:19
größtmögliches, vielfältiges Bild von unserer Wirklichkeit zu erhalten. Also so ein bisschen äh Walker Mile in my Schuhs mäßig.
00:46:28
Ja, absolut. Ich ähm also Kunst hat viele Funktionen für mich, unter anderem existenzieller Trost
00:46:35
und den ich auch dadurch erlange äh oder eben auch so die Neugier ähm zu sehen, wie sieht die Welt für dich aus? Was ist dein Grund, morgens aufzustehen und letztendlich, was ist dein Grund, dich nicht umzubringen? Hm.
00:46:50
Die letzte Frage ist natürlich ein bisschen sehr hart, aber natürlich äh auch das kommt ja so ein bisschen in dieser einen Episode mit der mit dem Party ist, mit der Party ist es ja auch so ein bisschen mit drin so
00:47:00
beziehungsweise im immer so ein bisschen in ein Gespräch ist die Frage wie kann man eigentlich nicht
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an dem an der Welt verzweifeln. Wie kannst du an der Welt nicht verzweifeln.
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Durch Kunst. Okay. Das ähm ohne Kunst wäre das alles Quatsch.
00:47:19
Das heißt, du könntest, wenn du könntest auch jetzt kein Leben ohne Kunst oder beziehungsweise ohne Kunst machen in dem Fall leben.
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Also ich kann's mir halt gar nicht vorstellen, was das sein soll, das wäre für mich irgendwie auch kein Leben. Aber würde mir die Möglichkeit, würde ich dieser Möglichkeit beraubt werden, dann
00:47:38
würde mir schon so meine Reson Detre abhanden kommen, ja?
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Und ein zweites ein zweiter Aspekt, was von solchen Alltagsgeschichten nennen kann, kannst du uns mal kurz
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nennen, ist ja auch vielleicht der Ansatz von dieser ähm maximal das Persönliche ist politisch. Würdest du das auch so sehen und ist dein Comic abseits jetzt vielleicht von diesen ganz.
00:48:03
Expliziten.
00:48:04
Gesprächen wo es um Politik geht, ist da steckt da immer auch irgendwo eine Politik dahinter und wie was für eine Art von politische Sache steckt dahinter.
00:48:14
Ich würde absolut diesen Satz unterschreiben, das Private ist politisch, beziehungsweise es gibt da eigentlich äh
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Also diese beiden Sphären getrennt zu benennen ist hilfreich, um zu wissen, wovon man spricht, aber es gibt da keine Trennung, es gibt nicht Feierabend, so und jetzt bin ich unpolitisch. Das also alles
00:48:31
ist durch und durch politisch.
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Mein Comic ist in der Hinsicht politisch, dass ich mir erstens mal einfach so als äh Weib rausnehme, so,
00:48:43
großkotzig mich äh darzustellen, wie es Männer üblicherweise tun, auch zum Beispiel in Hinsicht meiner Sexualität und also würde ich schon sagen.
00:48:54
Erschaffe ich eine oder zeige ich eine Figur so.
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Wo man das männliche Pendant dann sowas wie Weiber hält oder Casanova nennen würde im üblichen, dann aber Frauen den netten Begriff äh Schlampe zu gedeihen äh zu.
00:49:10
Steht, keine Ahnung und ähm es ist ähm auch.
00:49:19
Der Hinsicht politisch, dass ich also auch dieses Widersprüche sehen und sich mit ihnen auseinandersetzen. Das ist für mich auch durchaus Politik auch dieser Widerspruch zwischen dem,
00:49:33
subjektiven und dem objektiven sozusagen. Also ich kann mir vorstellen, dass manche Linke meinen, meiner Geschichte vorwerfen würden, das ist ja alles nur so private Nabelschau
00:49:46
Ich sehe das nicht so. Ich ähm sehe halt so, dass in so einem dialektischen Verhältnis, dass äh.
00:49:56
Ich.
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Mich selbst betrachten muss, um so in mir die Wiederspiegelung meiner Verhältnisse zu verstehen und die Verhältnisse studieren muss,
00:50:07
und daraus lerne, warum ich so geworden bin, wie ich bin. Ich bin ja ein Kind meiner Zeit, äh ich bin aufgewachsen im Neoliberalismus, ich habe Tüchtigkeitsideologie total verinnerlicht, ich muss ständig irgendwie mir selbst beweisen, dass ich eine Daseinsberechtigung habe über Leistungen mich zu definieren. Ich habe
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total verinnerlicht äh gewisse Schönheitsnormen und ähm,
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Die prägen mein Bild auf die Welt und die zu reflektieren, reflektiert auch die Geldpolitik. Mhm.
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Ja das äh ist auf jeden Fall eine Sache, die in dem Comic sehr stark drinsteckt und ich finde auch, wenn man so.
00:50:48
Anfängt zu lesen und man denkt erstmal so boah sechshundert Seiten und ähm dann sind's erstmal Gespräche, Beziehungsgespräche, aber auch äh eben diese Partygespräche, politische Gespräche, aber es ist.
00:51:02
Nicht so irgendwie.
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So anstrengend theoretisch. Also man ist es nicht dieses reine Talking Heads,
00:51:12
Döns, wo man, weiß ich nicht, äh eine Seite hat, wo hunderttausend Sprechblasen sind, die ähm mir ewig lang irgendwas äh runterlabern, sondern ich finde die Gespräche haben eben.
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So wie du sie machst, so wie du sie darstellst, was kurzes, knappes, präntiertes ohne,
00:51:33
zu konstruiert zu wirken, also die Gespräche könnten tatsächlich so einfach stattfinden
00:51:37
ist nicht so, dass man äh dass dass da jetzt Leute sich dann in deinem Buch unterhalten und äh irgendwie so zwei theoretische Sachen aufeinander prallen oder irgendwelche wissenschaftlichen Diskurse, sondern es sind halt einfach Menschen, die miteinander reden. Aber ich finde
00:51:52
Man merkt, dass eben diese Sachen dahinter stecken. Und ich finde es ganz faszinierend, weil das auch mit.
00:51:59
Der visuellen Ebene zu tun hat, weil es gibt auch ganz viele, viele Panels und Seiten und Sequenzen, wo gar nicht gesprochen wird
00:52:08
War diese diese ich nenn's jetzt mal ganz platt diese Abwechslung dann auch für dich irgendwie wichtig, dass eben
00:52:16
Pausen, um das zu reflektieren drin sind oder brauchtest du die selber oder wolltest du einfach auch mal ein paar.
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Bilder zeichnen, wo nicht gesprochen wird, um den visuellen Raum zu geben, wie wie es da der Ansatz gewesen.
00:52:30
Also erstmal liebe Lara freue ich mich sehr, sehr, sehr darüber, wie du das gerade ähm wiedergegeben hast, dass eben äh die.
00:52:38
Theorie äh zwar spürbar mitschwingt in den äh Gesprächen, ist aber eben nicht so ein langweiliges Monologding von Sachen.
00:52:47
Die Welt ist also das war eben übrigens auch eine Sache, die ich aus meinem Fail gelernt habe, da habe ich das nämlich genauso gehandhabt, dass ich Leuten einfach die Wahrheit vorgebetet habe, die sie äh gefälligst mal äh freudig empfangen sollen
00:53:03
Ähm ich ähm habe mich deswegen entschieden, auch ähm nonverbal Kommunikation einen großen Raum zu geben,
00:53:13
Ja, weil sie ja nicht minder äh mit Informationen aufgeladen ist, wie verbale Kommunikation und auch gerade über.
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Gefühle, die sich ja manchmal echt besser in Mimik widerspiegeln als im gesprochenen Wort ihr genauso Informationen äh.
00:53:33
Geladen ist. Mhm. Und ähm ja ich das auch, aber auch andererseits einfach ästhetisch äh reizvoller finde.
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Überhaupt, also diese Möglichkeiten des Comics auszunutzen, im Gegensatz zu äh bildloser Literatur, dass eben ähm mit den äh mit dem visuellen Sinn ähm,
00:53:52
gespielt wird. Mhm. Also zu dieser klassische Satz manchmal sagt ein Bild mehr als tausend Worte.
00:53:58
Genau, genau. Und vor allem, also wo ich auch einen Schwerpunkt darauf gelegt habe, manchmal sagt ein Gesichtsausdruck mehr als tausend Worte. Es war mir besonders wichtig, auch meine Figuren ordentlich schauspielern zu lassen.
00:54:10
Das ist tatsächlich auch ganz interessant, weil ähm das Feld oder ist mir beim Lesen extrem stark aufgefallen, dass die Mimik schon.
00:54:20
Sich sehr, also die sehr expressiv in dem Sinne und ähm wenn man gerade die Hauptfigur sich anschaut, also die
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konstruierte Version von dir. Da sind mir zwei Gesichtsausdrücke besonders aufgefallen. Zum einen das Zukneifen des einen Auges und des eher Aufreißen des anderen und das fragende, hochheben der Augenbrauen.
00:54:45
War das auch eine bewusste Entscheidung, dass das so häufig oder dass das sowas ganz stark per ja also diese Person ausmacht, die du da von dir selbst konstruiert oder hast du dann irgendwann einfach festgestellt, oh, das zeichne ich einfach häufig, weil ich.
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Häufig selber mich sehe oder weil ich das Gefühl habe, das passt jetzt besonders gut oder war das auch eine ganz bewusste Entscheidung.
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Also interessant das so zu hören. Mein Augenbrauen Game ist auf jeden Fall mir sehr sehr wichtig und vielleicht äh
00:55:12
zeigt dieses Hochreißen der Augenbrauen auch so erstaunt halt glaube ich das hast du vielleicht gemeint.
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Bin häufig erstaunt, was mir da so begegnet an Meinungen und Menschen und Zuständen und das zukneifen des Auges ist mir von mir selbst vertraut äh vom Zeichnen, wo.
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Mir dann leichter fällt, ähm die Dinge zu sehen.
00:55:38
In ihrer Zweidimensionalität, wenn ich mein eines Auge zukneife und das vielleicht eben auch eine Taktik ist, ähm,
00:55:44
wirklich zu sehen, was da ist und nicht nur meine Vorstellung von dem, was ich da sehe, zu reproduzieren, sondern die Dinge zu sehen, wie zum ersten Mal.
00:55:55
Würdest du dann sagen, dadurch, dass man.
00:55:57
Ein sich selber ein bisschen beim Schauen einschränkt, fokussiert man sich gleichzeitig auch. Also das Zukneifen des einen Auges verstärkt die Konzentration des anderen Auges.
00:56:08
Also äh gewissermaßen ja, es äh ist vielleicht noch ein Tick mehr, dass es äh den Blick ähm ungewohnter macht. Nicht in dem Normalmodus, also dass man äh.
00:56:23
Anders sieht, genauso auch wir werden sich auf den Kopf stellen. Dann hat man, sieht man eine, dasselbe
00:56:29
aber nochmal anders und äh sie dann fallen einem Dinge auf, für die man vorher blind war. Hm, also,
00:56:35
Der Perspektivwechsel, der ja auch sich dann als großes ganz viele durch das ganze Buch zieht, weil man ja immer wieder unterschiedliche Perspektiven sieht, die sich ähm ähm mit der Hauptfigur manchmal reiben und manchmal übereinstimmen. Das finde ich übrigens auch ganz interessant.
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Dass du dich selbst in dieser ähm in diesem Comic nicht eben als diese Figur darstellst
00:56:58
die schon alles weißt, beziehungsweise die super gefestigt in allem ist. Also die Figur hat eine Überzeugung, das ist klar und und die kommuniziert sie auch, aber sie ist auch
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lernfähig, finde ich in dem Comic.
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War das auch sowas, wo du sagtest, das ist dir wichtig, das zu zeigen? Also ganz äh simples Beispiel, um bei der Szene zu bleiben. Du stellst dann bei dieser Party ähm die Frage, ob man ähm.
00:57:27
Nähernd an die Matrix, ähm die lieber in der Realität bleiben würde, die eben
00:57:33
manchmal sehr schwierig ist und mit all ihren schlimmen Elementen der Welt oder ob man wenn man die Wahl hätte
00:57:40
in so eine künstliche Realität sich einklinken lassen möchte und da dann den Himmel auf Erden quasi hat. Das war die Ausgangsfrage. Und eine Person.
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Sagt dann im Verlauf des Gesprächs kommt völlig drauf an.
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Ob das für alle oder nur für mich gilt und die Figur von dir in dem Comic äh hat, sagt dann, dass sie daran gar nicht gedacht hatte.
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Das ist so ein bisschen dieses lernfähige, was ich meine. War das für dich auch wichtig, dass deine, dass du als Hauptfigur oder die fiktive Version von dir, als Hauptfigur diese Lernfähigkeit auch noch hat.
00:58:14
Ja und das freut mich auch äh einmal mehr, dass du das äh so gesehen hast. Andere Beispiele, die mir einfallen ist
00:58:21
ein Gespräch am Anfang, was ich mit einem meiner Jugendlichen führe
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wo ich auch so ein bisschen erstmal anfangen ihn so ein bisschen die Welt zu erklären hier Schatzi, schau mal, so schaut's aus und ich hab Recht und du hast Unrecht, der mich dann aber mit einer cleveren Gegenfrage alles auf den Kopf stellt, was ich eben gesagt habe und eben dann auch.
00:58:41
Produktiven Zweifel anregt ähm später kommt dann eine Episode, wo ich ähm.
00:58:49
Abnehme und ähm also da auch einen ganz großen inneren Zwist mit meinen feministischen, idealen Grate,
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und mein Bedürfnis äh einmal noch uneingeschränkt hot zu sein und sowas und ähm.
00:59:08
Ja ich dann
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am Anfang noch Scherze oben man, ich mache echt jedes dreißig wert Klischee mit äh Rauchen aufhören. Am Ende gehe ich noch joggen oder was hier oben, ho ho ho und paar Seiten später
00:59:20
oh Gott, ich tue es wirklich, ich jogge äh und äh da sieht man ja schon auch so eine
00:59:25
Fortentwicklung dahingehend, dass ich am Anfang ein bestimmtes Bild von mir hatte. Ich bin die und die, das ist meine Identität, ich äh und dann sich äh im der Entwicklung
00:59:37
herausstellt, nee, das war gar nicht so elementarer Bestandteil von mir, das ist auswechselbar und ich bin trotzdem noch.
00:59:45
In Anführungszeichen. Ich. Ja, ich glaube, das ist auch ganz wichtig, das zu zeigen.
00:59:53
In so einer Kunstform, dass wir alle ja ständig uns verändern. Wir sind natürlich nicht mehr dieselben Leute, die wir vor zehn Jahren waren. Ähm viele Leute.
01:00:03
Haben meiner Meinung nach, aber irgendwann mal so internalisiert, was sie ab bis zu einem gewissen Zeitpunkt quasi erwachsen werden und dann stehen bleiben. Als.
01:00:11
Müsste man dann mit Mitte Ende zwanzig äh alles wissen, was man wissen kann und dann lernt man auch nichts mehr Neues und will auch nichts mehr Neues und hat seine Überzeugung und die,
01:00:22
Bei denen bleibt man dran. Was natürlich irgendwie,
01:00:24
totaler Quatsch ist, weil die Welt verändert sich ja auch einen um, um einen drum rum und ähm deswegen muss unsere Denkweise sicher auch verändern. Wie war denn das bei dir? Der Schaffensprozess war fünf Jahre, ne?
01:00:36
Was hast du denn
01:00:37
während des Schaffensprozess da, was hat sich denn da noch getan bei dir? Weil ich bin mir ja ziemlich sicher, dass du dann so im vierten und fünften Jahr wieder eine ganz andere Person warst in nicht nur.
01:00:47
Nenn's jetzt mal irgendwie intellektuell überzeugt von der Überzeugung und von den Ansichten her, sondern auch als Künstlerin vielleicht. Ähm was hat sich denn da so getan in den fünf Jahren.
01:00:57
Also erstmal möchte ich dir erneut zustimmen und äh noch ein Zitat droppen, was finde ich äh da sehr passend dazu ist von Engels
01:01:06
Bewegung ist die Daseinsweise der Materie. Mhm. Also das verstehe ich eben auch als äh Dialektikdinge in ihrem Prozess in ihrer Entwicklung zu begreifen und nicht in einer künstlichen Statik, die es nie gibt.
01:01:19
Und ähm wie ich mich im Laufe des Prozesses verändert habe, war einerseits.
01:01:25
Dass ich mit meiner eigenen Verletzlichkeit mehr mich auseinandergesetzt habe und.
01:01:32
Weniger so dieses, ah ich bin die krasse Powerfrau, der nichts anhaben kann, das in Frage gestellt habe und ähm ja, was,
01:01:42
auch dazu passt, was du vorhin angesprochen hast, dass es äh in einem Comic so ein Wechselspiel ist zwischen Felsen fester Überzeugung und äh total wachsweichem Zweifel und ähm.
01:01:53
Ja das ähm in ja Erwachsen werden in der Hinsicht, dass ich ähm,
01:02:02
am Anfang sozusagen erstmal so ein Bündel aus Gewohnheiten bin
01:02:07
ich mir, die ich mir irgendwie so eingefangen hab wie Geschlechtskrankheiten irgendwie erstmal so ein Sammel äh Becken aus Gewohnheiten war und erwachsen werden, dann für mich bedeutet hat,
01:02:19
in der Wirklichkeit sowohl als im Comic erstmals innezuhalten eine Bestandsaufnahme all meiner Gewohnheiten zu machen und dann zu überlegen, was möchte ich behalten und was möchte ich äh über Bord werfen
01:02:32
Und ähm das hat dann in meinem realen, als auch in meinem fiktiven Leben zu einer Persönlichkeitsrenovierung geführt.
01:02:43
Ja die äh halt von so.
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Plumpen Alltagsgewohnheiten dann ähm daran gemündet hat, wie zum Beispiel Joggen gehen
01:02:53
Aber das dann irgendwie auch weitreichender war. Es war halt äh zum ersten Mal planmäßig meine eigene Existenz gestalten und nicht nur den Zufall reproduzieren
01:03:02
und dann auch meine Politisierung geführt hat, die eben gerade in
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letzten Jahren seit zweitausendfünfzehn real äh wiederauferlebt wurde. Mein Studium hat mich tatsächlich sehr entpolitisiert. Davor war das viel deutlicherer Bestandteil meines Lebens auf Demos zu gehen oder mich damit äh
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bewusst auseinanderzusetzen.
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Dann gab's in meinen Zwanzigern so eine Latenzeit und äh dann seit zweitausendfünfzehn ist es deutlich wieder äh präsent geworden. Mhm. Aber du hast jetzt zum Beispiel ja nicht ähm.
01:03:36
Ein Comic gebracht über Geflüchtete oder über Nazis, sondern du bist ja bei dir geblieben. Gleichzeitig ist es schon so, dass.
01:03:44
Glaube, dass man aufpassen muss, wenn man solche Sachen liest ähm,
01:03:50
Das nennt sich ja oft auch irgendwie Autofiktion, ähm dass man nicht da dahin geht zu glauben,
01:03:58
das ist jetzt man hat das Buch gelesen und weiß wer du bist so hundert Prozent und hat dein halbes Leben mitgemacht und so, weil man ich glaube es schon wichtig ist zu sehen, dass es vielleicht auch mit diesem das beruht auf wahren Begebenheiten, aber,
01:04:12
Es ist ja immer noch irgendwo eine künstlerische.
01:04:15
Betrachtung, Verarbeitung davon oder wie würdest du das sehen? Oder würdest du sagen, nee, da das ist schon hundert Prozent real, die Figur Paulina da drin, das bin ich
01:04:25
Also erstmal würde ich sagen, Nazis und Geflüchtete kommen durchaus in einem Comic vor, in Form des Gespräches halt, ja? Und das ist ja auch, da sind sie ja präsent. Mhm. Ähm oder auch an anderen Stellen, aber egal
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Und zu der Frage, ob ähm dieses Alter-Ego der Wirklichkeit entspricht, da äh.
01:04:45
Zu fällt mir ein, dass ich tatsächlich in mehreren Interviews mit Leuten.
01:04:51
Ähnlich künstlerisch Verfahren gehört habe, dass sie darüber jammern auf äh Lesungen oder bei Begegnungen mit äh ihrem Publikum.
01:04:59
Dass das Publikum sich anmaßt, sie schon zu kennen und sie denken, ey, das ist Kunst, du musst ja eine Unterscheidung machen.
01:05:07
Ich muss sagen, ich sehe das nicht so. Ich würde sagen, dadurch, also das jetzt,
01:05:13
sobald jemand dieses Buch liest, dann kennt diese Person mich ziemlich, ziemlich gut, auch wohl besser als Leute, die mich in.
01:05:22
Gut kennen, aber dieses Buch nicht gelesen haben. Mhm. Und ähm
01:05:26
Natürlich möchte ich dann aber doch noch hinzufügen, dass eben dieses ich nichts statisches ist und ständig einem aus den Händen glitscht, weil es eben nicht fassbar ist, weil es unendlich chaotisch, mannigfaltig ist, wie es beim ähm
01:05:40
Bittersuite, Simphonie so schön heißt in Iron Million Different People from One Day to the next, also ja.
01:05:46
Interessant auf jeden Fall, dass du da so so ähm dieser Meinung bist, dass es wirklich so viel von dir drinsteckt. Ist das dann eigentlich irgendwie auch,
01:05:55
Ich nenn's mal ein bisschen gefährlich, weil wenn jetzt, wenn du jetzt zum Beispiel Rezensionen dazu liest oder so, wie kannst du das dann von dir
01:06:04
zu weit fernhalten, dass es nicht komplett kaputt macht, wenn jetzt sage ich mal theoretisch, ich habe noch keine gelesen und es würde mich auch sehr wundern, wenn irgendwo ein richtig krasser Verriss käme, aber
01:06:15
Wenn das jetzt so wäre, wenn jetzt jemand sagt, hier, also das ist ja totaler Scheiß, du hast vorhin schon selber gesagt, na ja irgendwelches ähm ähm narzisstisches Gelöt so, ähm
01:06:24
wie, wie kannst, wie kann man das dann, wie kannst du dich davor schützen?
01:06:30
Ja, also es ist ähm um die Ecke gedacht eigentlich der größte Selbstschutz finde ich, so all seine Verletzlichkeit offen zu Tage zu legen, weil dann ähm.
01:06:40
Kann einem ja niemand mehr was wenn,
01:06:43
ich nichts verstecke, dann kannst du nichts hervorholen und sagen, ha, schau mal, du bist ja eigentlich so und ähm ich sehe es andererseits auch als Selbstschutz, weil,
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möchte damit positiven Beispiel vorangehen und würde mir wünschen, wenn andere ebenso.
01:06:59
Dann sehr ihre Mauern fallen lassen und ihre Verletzlichkeiten zeigen und wenn wir das alle machen, dann brauchen wir alle weniger Angst voreinander zu haben. Ich würde gerne ähm eine kleine Sache vorlesen, die mir gestern geschickt wurde.
01:07:15
Also das ist eine Facebook Nachricht, die ich vorgestern bekommen habe. Da steht.
01:07:22
Sorry. Sie sind was um dreißig und haben Probleme, die sie in Comics Büchern bewältigen. Fragezeichen, Ausrufezeichen, Ausrufezeichen, Ausrufzeichen.
01:07:31
Sie tun mir jetzt schon leid. Ihnen geht es anscheinend vor Langeweile viel zu gut.
01:07:36
Oder sie haben einfach zu wenig Fantasie für ihr Leben. Sie tun mir wirklich nur noch leid.
01:07:42
Punkt. Also ja, so reagieren beispielsweise Leute und äh ich lese noch eine andere Nachricht vor.
01:07:51
Guten Abend Frau Stulin. Ich habe lange mit mir gerungen, ob ich ihnen diese E-Mail schreiben soll.
01:07:57
Aber als ich einen Beitrag im Fernseher gesehen habe über ihre Arbeiten und Bilder, hat mich das so künstlerisch angeregt, wie ich es schon lange nicht mehr gefühlt habe.
01:08:07
Sie haben mir geholfen zu verstehen, dass Kunst etwas ist, was man aus normalen Dingen erschafft.
01:08:13
Neu erschafft. Aus dem Nichts sozusagen. Aus dem Nichts etwas Schönes und Ehrliches machen,
01:08:20
etwas echtes. Ich bin Rockmusiker und habe lange versucht mit meiner Band was auf die Beine zu stellen. Ich kann mich aber nirgendswo festhalten
01:08:30
Kaum jemand versteht die Kunst so wie sie und ich es tun,
01:08:33
Glauben sie mir, das Wichtigste im Leben ist es nicht aufzugeben. Egal wie schwer es ist und ich habe leider aufgegeben, Rockstar zu werden
01:08:43
Aber und auch wenn es merkwürdig klingt, als hier ihre schöne Kunst gesehen habe, sind mir Erinnerungen gekommen von früher, wie es war, wie ich war. Damals
01:08:55
Und das hat mir irgendwie Hoffnung gegeben und dafür möchte ich mich bei Ihnen bedanken aus ganzem Herzen. Danke.
01:09:03
Was machen diese zwei super unterschiedlichen Kommentare und Feedbacks so mit dir.
01:09:08
Also sie sind beide, glaube ich, Resultat dieser unverhohlen Ehrlichkeit und Offenheit, die bei einer Person totale Abneigung und Wiederwertigkeit über.
01:09:21
Den Fakt auslöst,
01:09:24
so eine sich anmaßt, einfach über ihre Probleme, die Welt da vollzulabern und glaubt, das wäre wichtig, also wirklich dieser Hass dagegen, dass jemand
01:09:34
sich für so besonders hält, sowas in Buch zu schreiben und dann auch noch mit dreißig Comics Zeichen total bescheuert. Und andererseits diese ähm.
01:09:45
Dass dieses Offenlegen der Verletzlichkeit äh Resonanz gefunden hat und zu einem,
01:09:51
ja Erinnerungen wachgerufen hat, dass man das ja früher auch mal hatte und das also ich stelle mir vor, irgendwie die.
01:09:59
Notwendigkeiten des Lebens, einem so diesen diese Flausen aus dem Kopf getrieben haben und zu den wichtigen Dingen im Leben geführt haben.
01:10:10
Ich würde auch sagen, wenn du zwei so unterschiedliche Kommentare kriegst
01:10:14
man als Künstlerin wahrscheinlich alles richtig gemacht. Ähm, lass uns nochmal ein bisschen auch über die visuelle Ebene reden. Wir haben zwar schon ein bisschen drüber geredet, aber wir haben halt vor allem jetzt auch viel über die textuelle und die Bedeutungsebene, aber
01:10:29
Die visuelle Ebene sollte über Comic ja auch nicht zu kurz kommen. Wie würdest du denn deinen Stil oder deine Commix deine Bilder, die du zeichnest, jemanden beschreiben, der sie nicht sehen kann.
01:10:41
Sie sind sehr farbenfroh äh sehr.
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Äh also reflektieren von Lichtstimmungen und Atmosphären.
01:10:56
Gespickt mit abstrakten Elementen, die leibliches Befinden äh illustrieren sollen
01:11:02
beispielsweise als ich aus einer Vollnarkose aufwache und alles so eckig und kantig und schrill und dann äh
01:11:10
spielt sich diese Kantigkeit und Eckigkeit eben auch in also verzerrt in den Bildern wieder.
01:11:17
Und ich würde äh eine Referenz zum Impressionismus ansprechen,
01:11:23
der ist ja auch schafft gerade durch so eine Verwaschenheit, Verschwommenheit, Konturlosigkeit äh Eindrücke
01:11:32
viel Ganzter erhaltlicher festzuhalten, als jetzt klar voneinander ab durch klar voneinander abgetrennt, trennende Outlines, äh Outline-Bilder. Ja. Mhm.
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Ich finde gerade das letzte mit dem Expressionistischen,
01:11:44
Impressionisten. Impressionistisch, Entschuldigung. Ja, richtig. Das kommt auf jeden Fall sehr stark rüber, weil ich zum Beispiel schon finde, jetzt abseits von dieser einen Episode, die du gerade erzählt hast, wo das dann natürlich der Kontrast auch noch viel stärker ist. Ich finde deine deine Bilder sind haben was sehr weiches,
01:11:58
Also mir fällt's ein bisschen schwierig, dass tatsächlich noch besser in Worte zu fassen, aber ähm
01:12:03
auch die Art, wie du die Farben nutzt, sind nicht, also du du hast Farben vorgesagt, aber es ist zum Beispiel nicht schrill farbenfroh in dem Sinne. Also ähm es ist jetzt nicht so dieses total.
01:12:15
Saturierte, flache und sehr neonfarbene, sondern es hat schon auch eine Palette, die die einem jetzt nicht äh irgendwie.
01:12:24
Sofort ähm schmerzt oder die irgendwie so auf eine gewisse Richtung hindeutet und trotzdem schaffst du es damit, völlig unterschiedliche Stimmungen zu kreieren. Also es hat in dem Sinne auch was weiches, weil es,
01:12:38
so ein bisschen an Aquarell und Wasserfarben erinnert, aber es ist nicht was. Natürlich nicht, weil du hast ja am PC gemalt, vielleicht mit einem Aquarellpinsel, aber ähm,
01:12:49
Wie war das dann bei der, gerade auch bei der Auswahl der der Farbpaletten? Wie bist du da rangegangen? Hattest du dir da
01:12:57
Du hast ja vorhin gesagt, du hast dann so ähm Schattierungen und Farbpalette, XY hast du dann den Eindruck durch. Äh wie bist du da an dieses an diese Sache rangegangen.
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Meine Hauptmotivation war's ästhetisch willkommen heiß und zu kreieren, also das wirklich der Blick äh gerne schweift über die Bilder, dass es.
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Also ich wenn du jetzt äh neonfarbenes ansprichst, dann denke ich da an so
01:13:24
Weiß nicht so ein bisschen äh Trash an äh Illustrationen, die auch extra dann so kantig und äh schrill sind, was auch so ein cooles, aber das war jetzt äh nicht mein Bedürfnis, sondern wirklich einfach ähm
01:13:36
etwas, was man gerne anblickt und ähm was aber.
01:13:42
Ja vor allen Dingen auch zu diese Lebensgefühle widerspiegelt beispielsweise in der Episode, wo ich äh Liebeskummer zeichne, dass da grau sehr monoton ist oder eben auch so ein.
01:13:54
Fast schon so.
01:13:55
Kotzerregendes Grün mit so einem grünen Stich eben auch, dass so dieser Lebensekel äh über die Farben transportiert wird, hingegen in der,
01:14:05
paar Seiten zuvor stattfindenden,
01:14:08
Episode übers Himmel hoch verliebt sein und äh das ganze Leben ist von Vögel, Gezwitscher und Sonnenschein durchdrungen. Da äh quietscht das pink und das Gelb und alles ist Licht und hell. So
01:14:22
Und gibt's hast du auch Momente gedacht, wo es dich dann.
01:14:27
Selber so ein bisschen, weil das bei so einem längeren Buch, wenn dann die Farbpaletten so sind, hast du irgendwo auch mal das Bedürfnis, das total zu brechen.
01:14:39
Also ich würde sagen, es finden schon große Brüche innerhalb des Buches statt. Ähm ich denke jetzt an erster Linie so an äh Nacht und Tages äh Situationen, aber eben auch ähm.
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Beschwingte also äh Phasen, wo die Stimmung sehr licht und flockig und locker ist und andere, in denen sie schwer und trübe ist. Das würde ich sagen, spielt sich unter anderem auch in den Farben wieder. Ja. Mhm. Okay.
01:15:07
Würdest du denn sagen, dass diese diese Stimmungs.
01:15:10
Wechsel, die du ja dann eben durch die verschiedene Farbpalette ähm wiedergibst, auch so ein bisschen eine Reflexion von diesem Zuhause-Thema sind, dass die Leute sich durch diese.
01:15:22
Oft vertrauten.
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Farbgebungen, weil wie du schon selber sagst, wenn's irgendwie einem schlecht geht, wenn man traurig ist, äh dann ist es häufig grau, dass man sich da eben wiederfindet und dass auch so eine Art von ich fühle mich,
01:15:35
in diesen Zeichnungen zu Hause Gefühl auslösen soll?
01:15:41
Ja, also ähm hm also da die Frage ist, ob sich das Zuhausegefühl in der Farbpalette wiederspiegelt.
01:15:51
Ja in der in dem Sinne, weil ja zu Hause wirklich so viele verschiedene Bedeutungen hat.
01:16:00
Diese also nahe nahezu auch schon widersprüchlich. Einerseits sagt man das, was gewohnt ist, da wo mein Bett ist, meine Wohnung, aber andererseits fühlt man sich dann anderswo.
01:16:12
Komplett zu Hause, wie beispielsweise in der einen Episode
01:16:15
Sode, wo ich auf MDMA nachts äh nackt im See schwimme und dann so ein ozeanisches Gefühl empfinde, also das die größtmögliche Geborgenheit, die man sich überhaupt vorstellen kann. Ähm
01:16:28
ja in anderen Situationen dann aber eine andere Form von zu Hause industriert wird, die sehr, sehr unterschiedlich ist. Also.
01:16:36
Was ja auch mein Anspruch war, diese.
01:16:39
Äh ja dieses diese Tragweite, dieses riesigen Themas darzustellen. Hm und.
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Ich meine, es ist natürlich durch den Titel schon äh und auch das Titelbild, finde ich auch sehr ähm deutlich, dass natürlich dieses Zuhause sein,
01:16:54
da ganz viele verschiedene Ebenen hat. Ich würde jetzt oft gar nicht so viele davon mit dir nochmal durchdiskutieren wollen, weil ich finde, das ist was, was die Leserinnen vielleicht selber sich überlegen sollen, was zu Hause bedeutet, was für ein Zuhause.
01:17:08
Bedeutungen in diesem Buch drinstecken, aber ähm ich würde nochmal,
01:17:14
zumindest so ein bisschen, ohne jetzt zu viel zu verraten. Fra gerne wissen wollen, wie bringt man denn so ein Thema und so ein Buch dann auch irgendwie zu einem Ende, dass einen
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Also, dass dich vor allem auch irgendwie mit einem guten Gefühl zurücklässt. Ähm.
01:17:34
Ich würde auch sagen, hier ähm habe ich mehr Antworten gegeben.
01:17:40
Mehr, also nee, nee, hier habe ich äh als Antwort Fragen gegeben. Mhm. Ähm.
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Und ja diese Beschäftigung mit diesem Thema zu Hause war.
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Super spannend, also wie mein als das Thema feststand, wie sich mein Blick verändert hat, also so wie wenn man.
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Glaubt schwanger zu sein überall schwangere Frauen sieht so habe ich auf einmal die Ohren und Augen besonders offen dafür gehabt wo dieses Thema auftaucht in irgendwelchen Redewendungen, in Liedzeilen,
01:18:17
philosophischen Betrachtungen.
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Und ja dann ist über die Zeit hinweg mir so viele verschiedene Ebenen bewusst geworden, die das Thema hat.
01:18:29
Nachbarschaft oder sowas spielt dann ja auch mit ein Gewohnheit, ganz großes Thema ähm.
01:18:37
Und eben diese Widersprüchlichkeit dieser ganzen Dinge. Ja ich würde sagen, ich habe für diesen Comic speziell äh.
01:18:44
Schon finde ich einen sehr charmanten, charmantes Ende dafür gefunden, womit ich auch so glücklich bin
01:18:50
Aber es ist natürlich keine abschließende Betrachtung. Also so möchte ich es nicht gelesen wissen. Ich will kein Happy End oder dramatisches End. Es ist schon ein End, aber eins, was.
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Deutlich macht, aber es geht immer weiter. Da ist nie ein Punkt. Mhm. Wo man Punkt setzen kann. Ja, ohne dass man auf der anderen Seite so einen sehr platten Cliphänger daransetzt oder dass die also ich.
01:19:17
Persönlich denke auch, dass die Leute am Ende des Buches nicht mit.
01:19:21
Diesem unbefriedigten Gefühl, dass was sollte das jetzt eigentlich alles rausgehen, sondern tatsächlich eher mit diesen ähm Dingen.
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Dass man ganz viel einfach nochmal drüber nachdenkt. Also bei dem Lesen natürlich schon und ich glaube auch die wenigsten Leute werden das am Stück durchlesen. Das kann man machen.
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Aber es vielleicht auch gar nicht.
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Unbedingt so nötig oder sinnvoll, vielleicht ist es besser, man teilt sich das auf und macht Pausen und denkt immer wieder zwischendurch nach, aber wenn man's dann am Ende durchgelissen hat, dann ähm.
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Glaube ich, kommt man mit einem ähm einfach mit einem sehr interessanten Gefühl raus. Hast du denn jetzt, nachdem es jetzt.
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Ich meine, klar, du hast es wahrscheinlich relativ häufig gelesen, aber jetzt so hast du nochmal jetzt, als es rauskam, hast du es nochmal komplett gelesen, kannst du es überhaupt noch angucken oder nervst dich mittlerweile auch? Ähm,
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Wie ist, wie geht's dir jetzt mit diesem, wenn du das Buch dir anguckst oder in den Händen hältst.
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Also es existiert ja nun physisch seit etwa zwei Wochen. Hach und ähm,
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Also es war natürlich total riesiger Moment, ist erstmal äh auf Video zu sehen, als es noch nicht bei mir angekommen war per Post. Aber dann an dem Tag, an dem diese
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drei riesigen Tests mit meinen Blickexemplaren mich im Treppenhaus erwartet haben und ich es dann zum ersten meinen Händen gehalten habe. Das war total überwältigend.
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Ähm und.
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Gleichwohlig einerseits total äh gierig war alle Seiten durchzublättern und zu schauen, ob das genauso wie in meiner Vorstellung äh gelungen ist. Hatte ich nach einmal durchblätternd das Bedürfnis, es
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zur Seite zu legen und ein paar Minuten sogar das Bedürfnis ist aus meiner meiner Sichtweise zu äh Weite zu legen, weil ich noch nicht.
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Weil ich es noch nicht sehen kann.
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Auch ist es ähnlich wie während ich Dinge abzeichne, dass sobald ich eine gewisse Intensität in einer gewissen Intensität drin bin, bin ich werde ich blind dafür und ich muss beispielsweise ähm erst,
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mal einen Schritt zurückgehen oder das Bild auf den Kopf stellen oder im Spiegel betrachten oder auch interessant, sobald man es mit dem Handy abfotografiert, dass man es dann auch auf einer, nochmal mit ganz neuen Augen sehen als unmittelbar.
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Aber ähm so eine gewisse Nähe führt zu einer Blindheit den Sachen gegenüber
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Und ich glaube, ich werde in der nächsten Zukunft, wenn ich noch mehr Abstand dazugefunden habe
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ist wirklich nochmal also eh immer wieder mit neuen Augen sehen, aber erstmals nicht ganz so verwickelt und verwoben damit ähm,
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Mhm. Sehen. Also du brauchst noch ein bisschen Abstand einfach, weil du bist noch zu nah dran
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wie ist es mit dem Abstand zum Comic machen allgemein? Ähm, ich könnte mir vorstellen, wenn man fünf Jahre lang in einem Comic sitzt, dass man irgendwann auch dann jetzt, wenn's fertig ist, froh ist, erstmal nicht mehr zeichnen zu müssen,
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oder das heißt Nüssen nicht mehr zu zeichnen ohne das Nüssen vielleicht, aber erstmal,
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Wenn was fertig ist zu sagen, okay und jetzt brauche ich auch einfach aus künstlerisch kreativer Sache eine Pause. Du bist ja abseits vom Comiczeichner natürlich auch noch ech
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vielen anderen Sachen unterwegs, du hast selber einen Podcast zum Beispiel, der ja auch irgendwo immer eine gewisse Art von kreativer Arbeit ist, ähm den solltet ihr euch an dieser Stelle sehr, sehr empfohlen äh anhören, äh viele interessante Gespräche, aber du hast, wenn man auf deine Homepage zum Beispiel guckt,
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ganz viele unterschiedliche Sachen auch noch, also du hast sowas wie äh drei D.
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Dinge, Collagen, ich weiß nicht, wie man das genau nennen könnte. Du hast, machst auch immer noch so, hast noch ein paar Sachen, die auch so ein bisschen in dieses Design reingehen. Brauchst du jetzt eine Pause vom Comic zeichnen.
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Oh ja, ich habe echt mal die Schnauze voll, so eine Weile für äh Geschichten erzählt. Also ich habe große, große Lust zu schreiben und zu zeichnen und tue es auch jeden Tag.
01:23:17
Aber äh nicht in Comicform, sondern getrennt voneinander und
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Wie schon zu Anfang gesagt habe, also Comicautorin und Zeichnerin ist ein gewichtiger Bestandteil dessen, was ich meine Identität nenne, aber nicht ausschließlich, also an erster Stelle steht wirklich dieses Kunstschaffen, dieses ähm
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reflektieren meiner Umwelt äh verdauen und wieder ausspeien mit meinem eigenen Speichel vermengt, um bei dem Bild jetzt zu bleiben und ähm.
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Dazu gehört, also nachdem ich dieses Ding gewuppt habe, möchte ich mich der nächsten Herausforderung stellen und mein erstes Buchstabenbuch schreiben. Da bin ich schon.
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Mittendrin und ähm das.
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Da bin ich sehr aufgeregt über dieses neue erste Mal, wie ich schon vorhin angesprochen habe, ist eigentlich die reine Literatur mir gewissermaßen so die nächste äh Form des künstlerischen Ausdrucks und da ähm
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finde ich jetzt so ganz ganz neue Möglichkeiten. Kannst du uns schon ein bisschen was erzählen von dem Buch?
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Ist ähm führt die Entwicklung konsequent fort, immer persönlicher, immer intimer zu werden, immer mehr danach zu streben, die eigenen Lügen aufzudecken und aufrichtig äh die Verletzlichkeit zu zeigen.
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Und zwar ist es ein Best of meiner Tagebücher der letzten Jahre. Es war ähm.
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Eine wichtige psychologische Stütze während dieser Zeit der Einsamkeit, des äh Kreierens.
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Abends jeden immer Tagebuch zu führen, um ähm die ganzen Gefühle und den ganzen Struggle zu verarbeiten und ähm.
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Ja, also ich empfand das als eine schöne Entdeckung dieses Tagebuch schreiben, einerseits ähm.
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Um Ideen zu sammeln, aber andererseits auch um ja die Dinge.
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Mir von der Seele zu sprechen, weil Papier halt echt so geduldig ist und wenn ich das dann äh alles aus mir
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rauskotze, dann brauche ich auch nicht mehr anderen Leuten damit auf den Sack zu gehen. Also ich kann dann schon mit äh Menschen dadrüber reden, aber es ist nicht mehr so ein verzweifeltes, hör mir zu, sonst platze ich äh wie so ein Dampfkochtopf.
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Sondern ich kann äh bin entspannt und entladen, weil ich es abgelassen habe und worüber ich mich dann mit Menschen unterhalten ist, äh was ich erwähle, als passendes oder interessantes Gesprächsthema und ähm.
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Ich äh nehme das.
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Was sich da über die Jahre gesammelt habe, nicht eins zu eins äh in mein Buch, sondern bringe es in literarische Form. Ich lese, ist halt interessanterweise auch erstmals. Das habe ich mir auch auferlegt, wie ähm auch äh.
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Niemand den Comics sehen durfte, bevor er nicht fertig war, habe ich mir beim Tagebuch schreiben schon gedacht, okay, da wird äh in ein paar Jahren draus was
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ich lese es aber erst, sobald ich mit dem Comic fertig bin, also jetzt gerade verfolge ich meine letzten Jahre in Echtzeit sozusagen und ähm.
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Entdecke auch erstmals da die Muster äh die sich da abzeichnen und ähm kürze natürlich
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Großteil weg, weil da ich hab zwar schon mit Hinblick darauf geschrieben, dass da was draus werden soll, aber eben auch aus diesem psychologischen Bedürfnis und da steht dann eben ganz viel drin, was einfach nur für mich wichtig war auszusprechen, aber total langweilig für jemand anderen zu lesen.
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Aber wir müssen jetzt nicht Angst haben, dass du nie wieder Comics trägst.
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Auch Angst nö wieso? Ich meine ich, wie ich schon gesagt habe, an einem Medium zu kleben, das ist mir liegt mir total fern. Also ich werde auf
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ja schreiben und zeichnen, kann ich mir nicht vorstellen, dass ich irgendwann ein erfülltes Leben ähm führen werde, wo diese beiden Dinge fehlen, aber auch wenn, dann, also ich finde
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ja, loslassen, immer weiter geht's, nicht klammern. Mhm. Okay. Gibt's irgendwie noch eine eine Mediumsform oder ein künstlerisches
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Betätigungsfeld, was du.
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Schon immer mal machen wolltest oder was du jetzt irgendwie neu entdeckt hast, was du gerne mal machen würdest, aber du bist noch nicht so weit oder es passt halt gerade nicht.
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Ich glaube äh mit dem Film habe ich bisher noch äh wenig Berührungspunkte gehabt.
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Weil,
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ähm diese Form ja auch stark auf an ähm darauf angewiesen ist, mit anderen zusammenzuarbeiten. Da habe ich mich bisher sehr stark davor gescheut, weil ich ja auch sehr viele schlechte Erfahrungen mit Gruppenarbeit gemacht habe und auch
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gerade deswegen der Comic besonders reizvoll für mich war, weil ich da absolut autonomen Gott spielen kann und das Wetter und alle Figuren und
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alles äh nach meinem belieben konstruieren kann, ohne irgendwen, um Erlaubnis zu fragen oder irgendwelche Umstände berücksichtigen zu müssen
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und was beim Film ja absolut anders ist, da hasse.
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Muss mit einer Crew zusammenarbeiten und jeder Mensch ist ja auch so ein Sack Flöhe von Problemen und äh Komplexen und ach, das ist ja super, super schwierig diese Zusammenarbeit, aber der Film schafft eben auch nochmal.
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So eine eigene Magie, die wirklich ähm ja wo ich schon neugierig wäre, die auch mal zu reproduzieren, also damit zu spielen. Mhm.
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Würdest du in dem Zusammenhang sagen, dass Comic als Medium ein zugängliches Medium ist für Leute, die.
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Kreativ sein wollen, ist zugänglicher als jetzt zum Beispiel Film oder Buch oder irgendwas mit Musik oder Audio,
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oder wie würdest du das einschätzen.
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Ich würde gerade sagen, ja, weil es ähm weil man nicht auf krasse Technik angewiesen ist, weil man im Grunde nur Stiftung Papier braucht, zum Schreiben und Zeichnen,
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durchaus sehr, sehr ähm Niedrigschwellige künstlerische Möglichkeiten des Ausdrucks. Hm.
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Ja, wobei dann eben heutzutage mit der großen Verfügbarkeit von Medien ja auch Film und Fotografie im Grunde genommen jedem äh möglich sind. Mhm.
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Ja, ich glaube auch, dass sich das so ein bisschen verschoben hat. Also diese, diese Idee, dass man,
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Einfach nur ein Papier und einen Stift braucht, das ist natürlich nach wie vor richtig, aber ich glaube zum Beispiel durch sowas wie Smartphones, ähm die eigentlich alles in sich vereinen.
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Was digitale Medien irgendwie auch ausmacht
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ist es schon auch da deutlich niedrigschwelliger geworden? Jeder kann mit seinem Handy einen Film drehen, jeder kann irgendwie einen Song schnell aufnehmen und äh irgendwo hochladen oder ein Foto machen und so. Und ich glaube, da hat sich das Ganze schon verschoben.
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Aber wenn du jetzt mal so einen Ausblick in die nächsten Jahrzehnte werfen würdest, was glaubst du, wie sich das Medium-Comic da so
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entwickeln könnte in deiner in deiner Sicht was oder was würdest du dir denn, wie würde würdest du es denn gerne sich entwickeln sehen.
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Ich würde darauf gar keine technische Antwort geben, ich würde mir halt inhaltlich wünschen, dass,
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Wir als Menschheit immer mehr dazulernen und immer mehr Fakenes ablegen und immer mehr Realness in unsere Werke reinströmen lassen.
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Ja immer aufrechtiger und authentischer werden und äh liebevoller uns gegenseitig unsere Welten zeigen, sodass wir alle.
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Ja reicheres Bild von der Realität.
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Music.
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Paulina Sulin war bei mir zu Gast. Vielen Dank, dass du die Suppe Zeit genommen hast mit mir so ausführlich zu kommen. Vielen, vielen Dank, liebe Lara für deine tollen Fragen. Es war mir ein großes Vergnügen.
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Music.
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Jetzt noch mehr von Paulina hören und sehen wollt, dann ist das auch ein Grund bei Comicinvasion DE vorbeizuschauen, denn da hatten wir ein Gespräch mit ihr und eine sehr schön gemachte Lesung von bei mir zu Hause im Programm.
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Links zur Sendung findet ihr wie immer auf unserer Website YAY Comics Punkt DE und wenn euch dieser Podcast gefällt, dann empfehlt ihn weiter und.
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Music.