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Vor einigen Wochen starb die iranisch-französische Comic-Zeichnerin Majan Satrapi.
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Ihr bekanntestes Comic Persepolis wurde weltweit gefeiert und erzählte die Geschichte
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der iranischen Revolution und
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ihrer Folgen durch die persönliche Perspektive als Kind und junge Frau.
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Ich weiß noch, zu der Zeit führte ich ein ruhiges, unbeschwertes Leben.
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Das Leben meines kleinen Mädchens.
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Ich liebte Pommes frites mit Ketchup, Bruce Lee war mein Held.
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Ich trug Adidas-Schuhe und wollte unbedingt zwei Dinge erreichen.
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Mir die Beine rasieren können und die letzte Prophetin der Galaxie lernen.
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Ich bin Bela Sobotke, ich bin Comiczeichner und Grafiker.
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Regelmäßige Yay-Comics-HörerInnen werden mich unterbringen können,
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weil ich schon ab und zu mal das Vergnügen hatte, hier zu Gast zu sein.
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Ich mache Genre-Comics wie zum Beispiel die Legende von Kronos Rocco oder Terror 3000.
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Und ja, mein Bezug zu Marjan Satrapi ist eigentlich zweierlei.
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Erstens, so als Comiczeichner habe ich so eine leicht bis mittel ausgeprägte
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Allergie gegen autobiografische Comics. Und Persepolis ist einer der wenigen,
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die ich zu 100 Prozent respektiere und gelungen finde.
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Also für mein Empfinden unter dem Besten, was es so zu autobiografischen Comics
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gibt, was mich selbst so ein bisschen überrascht hat. Und der zweite Zugang
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ist, dass meine Frau persischstämmig ist.
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Ihre Mutter und auch ihr Vater kamen in den 60ern aus dem Iran her und deswegen liegt mir die.
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Iranische Kultur und das iranische Volk mehr am Herzen, als das bei manch anderem
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vielleicht ist, weil ich formuliere es immer so ein bisschen scherzhaft,
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ich habe in die iranische Diaspora eingeheiratet.
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Ich habe vor allem natürlich erstmal den journalistischen Blick drauf,
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weil sie mir dadurch das erste Mal so untergekommen ist.
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Also ich habe mich das erste Mal mit Persepolis eher beruflich auseinandergesetzt,
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und nicht privat. Und dann später mit ihren weiteren Werken ist mein Blick vor
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allem ein feministischer.
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Sie hat sich ja dann auch nochmal im späteren Werk, hat sie ja nochmal so ein
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Sammelband auch rausgegeben, der sich explizit mit dieser Freiheitsbewegung, der ja.
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Auch sehr von der dortigen Frauenbewegung geprägt ist, das war für mich dann
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so ein bisschen der Zugang, den ich darauf hatte und deswegen sind ihre Werke
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für mich eher eben wirklich sehr dieses politische und das,
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ist so dem Zugang zu dem ich dazu hab, ich.
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Ich bin fasziniert gewesen auch von ihrem Zeichenstil, der,
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sehr früh für mich, also da kannte ich noch diese reduzierten Schwarz-Weiß-Sachen
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noch nicht so sehr, wie ich sie heute kenne und wie sie heute auch sehr verbreitet sind.
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Sie waren wahrscheinlich damals auch schon sehr verbreitet, aber ich habe sie
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zu einem Zeitpunkt oder ihre Werke kennengelernt oder Persepolis gelesen,
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als ich noch nicht so viel diese ausdrucksstarken Schwarz-Weiß-Zeichnungen,
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wo das Schwarz eigentlich eher dominiert hat.
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Das kannte ich damals noch nicht so.
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Ich habe dann danach noch ihre kleineren Geschichten gelesen und die fand ich
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dann nicht mehr so stark tatsächlich und mit Frau Leben Freiheit hat sie mich
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dann wieder so ein bisschen zurückgeholt, sag ich mal.
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Wie ist es bei dir? Wie bist du auf ihr Werk aufmerksam geworden?
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Hast du das Comic per se plus erst gelesen? Es gibt ja auch eine Verfilmung
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davon als Animationsfilm. Wie war das bei dir? Ich habe es gar nicht gelesen.
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Ich kenne nur den Film. Ah, das ist ja echt spannend.
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Den habe ich allerdings auch recht kurz, nachdem der erschienen ist,
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schon gesehen dann. Das hat sie ja selber auch Regie geführt, ne?
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Das ist ja auch komplett von ihr. Das ist ja auch mehr oder weniger ein absolutes
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Unikat, dass eine Comiczeichnerin die eigene Verfilmung nochmal Drehbuch und Regie führt.
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Ich weiß nicht, ob es das überhaupt nochmal gibt. Ist selten,
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definitiv. Sie hat es gemeinsam mit einem anderen gemacht, mit Vincent Paronot,
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aber da kommen wir sicher noch drauf zu sprechen.
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Ich finde den Film übrigens auch famos. Ich habe ihn gerade gestern Abend in
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Vorbereitung auf die Sendung nochmal mir angeguckt und auch damals im Kino gesehen.
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Aber ich hatte den Comic auch vorher gelesen, den hatte ich tatsächlich 2004,
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kam er in Deutschland raus, glaube ich, bei Avant.
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Meiner Frau zum Geburtstag geschenkt. Und ja, seitdem begleitet mich so das
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Thema so ein bisschen. Und der Film, wir werden bestimmt noch mehr drüber sprechen,
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ist ja fast noch besser als der Comic, was ein bisschen ketzerisch jetzt natürlich ist.
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Genau, bleiben wir erst mal beim Thema, also dem Thema im Hintergrund,
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die iranische Revolution.
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Wir können nicht über Majan Satrapi und ihr Werk reden, ohne auch mal kurz die
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politische Ebene zu erklären.
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Das zentrale Ereignis im Hintergrund der Geschichte ist eben die iranische revolution
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die 1979 zur absetzung des schahs und zur abschaffung der monarchie im iran
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führte für viele iraner bedeutete die revolution hoffnung auf mehr gerechtigkeit
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und unabhängigkeit gleichzeitig führte sie zur entstehung eines religiös geprägten
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staates der freiheiten einschränkte und das leben stärker regulierte
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so gab es dann zum beispiel für frauen eine kopftuchpflicht und strengere vorschriften
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für kleidung und verhalten aber Aber gleichzeitig soll es auch zu mehr Zugang
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zu Bildung für Frauen geführt haben.
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Ich glaube nicht, dass wir hier der Komplexität der Situation irgendwie gerecht
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werden können, aber wollt ihr diese Zusammenfassung noch ergänzen?
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Habe ich irgendwas Wichtiges vergessen?
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Ja, im Großen und Ganzen ist es das, was man wissen muss. Also unter dem Schar-Regime
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waren die Menschen auch nicht frei, aber sie hatten mehr persönliche Freiheiten.
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Der Schar hat das Land modernisiert, das muss man schon sagen.
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Und sie konnten Filme gucken, Musik hören, wie sie wollten. Frauen konnten Musik
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machen, singen, alles so Sachen, die ihnen später.
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Unter dem Mullah-Regime verboten wurden. Aber der Schar hatte halt auch eine
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Geheimpolizei, die in jeden Winkel geguckt hat und den Leuten nachspioniert
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hat und so und auch brutal zu Werke gegangen ist.
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Das heißt, sie sind eigentlich eben von einer Diktatur in die andere gekommen.
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Die Revolution hat tatsächlich Hoffnung gemacht und sie wird heute die Islamische Revolution genannt.
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Aber so wie ich das sehe, war das nicht ganz klar, dass das daraus werden würde,
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als eben der Schar gestürzt wurde.
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Sondern da waren verschiedenste Gruppen von Marxisten über Demokratieanhänger
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bis eben zu religiösen und islamistischen Gruppen.
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Und es war nicht ganz klar, wer sich durchsetzen würde. Und leider muss man
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eben sagen, rückblickend hat sich eben Khomeini und die haben sich die Klerikalen dadurch gesetzt.
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Und damit kam das iranische Volk sozusagen vom Regen in die Traufe und wurde
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noch mehr drangsaliert und man muss es sagen, noch brutaler behandelt,
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als es vorher der Fall war.
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Ist dann die Gesellschaft da auch sehr gespalten, was jetzt so die Wahrnehmung
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angeht, was besser war vorher oder nachher?
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Es ist, nach allem, was ich mitbekomme, würden Sie sagen, alles ist besser als
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die Islamische Republik.
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Also sprich, wenn jetzt ein Umsturz kommen würde und der Sohn des Schahs würde
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plötzlich meinen, er müsste die Monarchie wieder aufbauen, was er nicht machen
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will, nach eigenen Bekundungen nicht.
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Aber es wäre so, dann würden Sie
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sagen, es ist immer noch besser als der Zustand, in dem wir jetzt sind.
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Ja, sie sterben halt einfach massenweise zurzeit.
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Und alles ist besser als das, was ich bisher so gehört habe.
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Auf die Gegenwart kommen wir dann am Ende nochmal.
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Majan Satrapi wurde 1969 in Rasht im Iran geboren, verbrachte ihre Kindheit
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in Teheran und emigrierte dann später nach Wien und Paris.
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Das wird ja auch alles in Persepolis erzählt. Und wenn man das gelesen oder
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den Film gesehen hat, hat man ja automatisch auch direkt ein Bild von ihr.
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Was fällt euch zu ihr ein? Ist euer Bild von ihr hauptsächlich durch die Figur
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im Comic geprägt oder hat das noch andere Facetten?
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Ja, was Lara vorhin schon gesagt hat, ist, dass Majan Satapi immer auch den
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Iran und den Freiheitskampf im Auge hatte.
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Das fand ich sehr beeindruckend immer bei dem, was sie getan hat.
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In erster Linie durch ihren Comic und ihr Werk und den Film.
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Aber sie hat eben auch dann später die Frau-Leben-Freiheit-Bewegung unterstützt
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und sich ganz klar positioniert, weswegen sie halt auch zum Schluss nicht mehr
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in den Iran gefahren ist, weil es einfach zu gefährlich ist.
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Dass die Gefahr, dass man dann da weggefangen wird und irgendwie eingesperrt
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oder als Geisel oder so genommen wird, ist zu groß für sie gewesen.
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Und deswegen muss man eben, wenn man über sie spricht, auch immer über die Lage im Iran sprechen.
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Denn wie die Bevölkerung dort leidet, das hat natürlich auch Auswirkungen auf
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die iranische Diaspora und wie sie sich fühlen und was sie umtreibt und so weiter.
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Und aus meiner Sicht ist sie da sehr stringent und klar gewesen,
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was sie gerne sich für den Iran wünschen würde.
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Das geht auch aus ihrem Comic hervor, obwohl der überhaupt nicht bitter oder,
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hart ist oder so, sondern auch viel Humor hat und aus meiner Sicht toll inszeniert ist.
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Also ich muss auch öfter mal schmunzeln und so, was eigentlich ein kleines Wunder
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ist, so ernst wie das Thema eigentlich ist.
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Und so nach allem, was ich bisher von ihr gesehen habe, fand ich sie auch persönlich
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eine sehr beeindruckende Frau einfach.
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Naja und vor allem auch eine, die ja wirklich auch sich nicht nur irgendwie
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mal einmal kurz dafür einsetzt, sondern die ja wirklich, eigentlich könnte man
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sie ja schon als Aktiviste bezeichnen, die auch wirklich zu ihrem Wort steht, sag ich mal.
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Also die hat ja diesen Verdienstorden abgelehnt, den höchsten Verdienstorden in Frankreich.
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Den man kriegen kann, weil sie gesagt hat, Frankreich macht zu wenig,
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um die Situation im Iran zu verändern, zu verbessern und lässt die Leute dort im Stich.
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Und das ist schon was, was wahrscheinlich nicht so viele andere Leute gemacht hätten.
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Die hätten das vielleicht angenommen und dann auf der Preisverleihung vielleicht
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noch einen Satz dazu gesagt.
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Aber das wirklich auch abzulehnen, das machte für mich halt auch immer den Eindruck,
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dass sie wirklich überzeugt ist von dem und dass eben nicht nur sich auf ihre
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eigene Geschichte bezieht oder beschränkt, sondern dass sie wirklich auch,
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Obwohl sie dann ja nicht mehr dort war, sondern im Exil mehr oder weniger den
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Rest ihres Lebens verbracht hat, eine starke Verbindung zu den Leuten dort hat.
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Also die auch wirklich dann versucht hat, irgendwie dann von außen noch Einfluss
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zu bekommen. Ich glaube aber, dass sie hier in Deutschland tatsächlich,
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wenn es um das Thema Iran geht, wenn wir jetzt vom Thema Comic weggehen,
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vielen Leuten gar nicht bekannt ist.
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Ich glaube, in Frankreich ist es eher so, dass wahrscheinlich,
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wenn die Leute Iran hören, Satrapi sehr schnell genannt wird.
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Aber ich glaube, hier ist das, wenn man sich jetzt nicht mit Comics auch beschäftigt
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und selbst wenn, ist es auch nicht so, dass alle Leute wissen.
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Wer Satrapi ist, beziehungsweise warum Persepolis zum Beispiel so wichtig ist und so weiter.
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Also ich glaube, man kann das gar nicht unterschätzen, wie wichtig ihre Rolle da
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aus dem Exil war, weil wenn wir jetzt zum Beispiel uns überlegen,
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wie es bei unserer eigenen Historie war, wenn wir es mal vergleichen mit den
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ganzen Exilautoren und LiteratInnen während der Naziterrorherrschaft,
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die sind ja heutzutage auch immer noch krass bekannt und berühmte,
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die haben ja damals auch, viele davon haben ja,
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diesen inneren Konflikt gehabt, Die waren, sind nicht mehr in Deutschland gewesen,
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wollten aber noch was machen. Andere haben sich versucht, davon komplett loszusagen.
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Und Satrapi ist halt so eine, die halt eben sich nicht lossagen konnte und die
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immer weiter dafür gekämpft hat.
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Und ich glaube, dass, also zumindest wirkte das immer so auf mich,
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wenn ich Interviews gesehen habe, wenn auch was sie sonst so für Sachen gemacht
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hat, war sie jetzt keine, die das gescheut hat.
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Ja, genau. Wenn ich das vielleicht noch ergänzen darf mit der Ablehnung dieses
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Verdienstordens der Ehrenlegion, das ist ja tatsächlich die höchste Auszeichnung in Frankreich.
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Sie hat es auch ganz klar begründet und zwar mit der Tatsache,
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dass iranische Dissidenten keine Visa bekommen und keinen Schutz bekommen in Frankreich.
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Was übrigens in Deutschland genauso ist. Auch jetzt, seit das so eskaliert ist,
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sind so gut wie keine IranerInnen mehr aufgenommen worden als Flüchtlinge.
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Und das muss man natürlich extrem kritisieren.
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Die Leute können nicht immer, die Politiker können nicht immer sagen,
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wir unterstützen die Freiheitsbewegung und die tun uns alle leid,
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aber niemanden aufnehmen.
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Und gleichzeitig eben Geschäfte mit dem Iran machen, mit dem Regime.
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Und sie sagte dann, sie hat das so schön ausgedrückt, nicht mal Touristenvisa
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bekommen IranerInnen unbedingt in Frankreich, wohingegen eben die Söhne und
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Töchter der iranischen Oligarchen sich an der Korsett tummeln.
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Und das hat sie geärgert. Sie hat dazu übrigens gesagt, sie liebt Frankreich
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und sie lehnt diesen Verdienstorden nicht per se ab, aber sie möchte eben dieses Statement setzen.
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Und das habe ich genauso empfunden wie du, Lara, dass das einfach integer ist
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und das passt ja dann auch zu der Geschichte des Comics.
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So wie ihre Großmutter ihr das sozusagen beigebracht hat.
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Du musst du selbst bleiben und integer bleiben und so.
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Und das hat man gesehen, dass sie das auch im realen Leben total verinnerlicht
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hat. Und das war jetzt gerade im Januar 25. Also das ist gar nicht lange her.
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Dass das geschehen ist. Sodass man also sagen kann, das durchzieht eigentlich ihr ganzes Leben.
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Ja, wenn man Interviews mit ihr schaut, kriegt man schon den Eindruck,
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dass das alles ein sehr stimmiges Bild ist und alles zusammenpasst.
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Dann kommen wir mal zum Comic. Und sie bestand auch darauf, dass es ein Comic
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ist. und keine Graphic Novel.
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Persepolis erzählt von Marjanis Kindheit und Jugend im Iran,
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während und nach der iranischen Revolution.
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Als Mädchen erlebt sie den Sturz des Schahs, die Einführung der Islamischen
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Republik, politische Repressionen und den Iran-Irak-Krieg. Wegen der schwierigen
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Lage schicken ihre Eltern sie als Jugendliche nach Österreich.
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Dort kämpft sie mit Einsamkeit, Identitätsfragen und dem Gefühl zwischen zwei
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Kulturen zu stehen. Später Da kehrt sie in den Iran zurück, fühlt sich aber
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auch dort nicht mehr wirklich zu Hause.
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Die Geschichte endet dann mit ihrer Entscheidung, den Iran endgültig zu verlassen
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und sich ein neues Leben in Europa aufzubauen.
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Trotz dieser ernsten Themen ist das Comic sehr humorvoll und vermittelt einen
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persönlichen Einblick in den Alltag während dieser großen politischen Umbrüche.
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Bela, wann hast du denn Persepolis das erste Mal gelesen? Das war gleich,
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als es 2004 bei uns herausgekommen ist. Also es ist ja in Frankreich ab 2000 erschienen.
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Und hier hat Edition Moderne die Lizenz erworben und hat aber gewartet,
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bis das Komplettwerk herausgekommen ist.
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Also beide Bände. Heute ist es ein Band so als Gesamtausgabe,
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die Neuauflage. Aber damals ist es 2004 und 2005 in zwei Bänden erschienen.
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Aufgeteilt eben in die Kindheit im Iran und der zweite Band die Jugendjahre.
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Und ich habe es halt 2004 meiner Frau zum Geburtstag geschenkt,
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weil ich dachte, es hat einfach, ja, die sind eine Generation eigentlich oder
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wir sind eine Generation.
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Und das Leben meiner Frau, wenn sie nicht in Berlin geboren worden wäre,
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sondern eben im Iran, hätte ähnlich verlaufen können wie das von Marjan Satrapi.
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Und ja, und es gibt da halt viele Gemeinsamkeiten und so, weswegen ich dachte,
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das muss ich ihr schenken.
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Und dann hat sie es natürlich gelesen und ich habe es gelesen und war,
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wie gesagt, sehr, sehr, sehr angetan. Also obwohl ich mit Autobiografien normal
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nicht ganz so viel anfangen kann, ist hier halt ganz klar, dass sie erstens ja was zu erzählen hat.
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Also das ist jetzt nichts, was jeder erlebt.
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Es ist nicht nur eine Nabelschau und was ein Mensch im ganz normalen Leben macht
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oder so, sondern es hat richtig Substanz und so weiter.
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Und gleichzeitig hat mich die Grafik sehr angesprochen, obwohl sie ja relativ
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einfach zeichnet, kann man sagen.
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Aber es hat halt eine hohe grafische Qualität, dieser starke Schwarz-Weiß-Kontrast und so weiter.
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Und es ist sehr pointiert erzählt, das muss man auch dazu sagen.
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Also auch als Comic hat es sehr viel Qualitäten, wie die Bilder aufeinander
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aufbauen, die Texte dazu und so.
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Wie gesagt, man muss öfter auch mal lachen, obwohl es eigentlich ein sehr dramatisches
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Thema ist. Also ich war wirklich eigentlich rundum begeistert und bin's bis
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heute. Ja, es ist wirklich sehr humorvoll, ne?
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Und auch irgendwie leicht erzählt. Ja, unbedingt.
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Und die kleine Majan hat ja auch so eine Affinität zu Punk und eben zu Turnschuhen und was weiß ich.
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Und wie sie dem auch so entgegenfiebert und die Sachen toll finden.
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Und ihre Eltern, sie wächst halt auf in so einem kosmopolitisch linken Milieu.
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Und die Eltern unterstützen das auch alles und schmuggeln ihr dann Sachen rein,
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wenn sie irgendwie in der Türkei waren oder so und unterstützen das.
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Und wie sie dann große Augen kriegt und sich das alles anzieht und so,
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das ist herzerwärmend und sehr, sehr lustig auch zu lesen. Und sie kommt natürlich
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dann in Probleme, schon als Kind.
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Und da wird es dann wieder dramatisch. Also es hat alles drin.
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Und es einfach toll erzählt, finde ich.
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Es hat auch was sehr allgemeingültiges, finde ich. Also klar,
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es hat natürlich einen sehr konkreten Hintergrund. Aber so ähnliche Geschichten
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könntest du eigentlich an vielen Orten auf der Welt lesen. Oder von vielen Migranten,
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die ähnliche Geschichten haben.
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Ja, also sogar würde ich sogar noch ein bisschen weitergehen.
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Dieses, wie du dich als Kind fühlst und als Teenager fühlst,
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was du gut findest, wogegen du aufbegehst und so, ist tatsächlich auch eine
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universelle Geschichte. Voll.
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Die sogar Leute, die ja hier aufwachsen und deren Eltern schon hier gelebt haben
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und so, auch so ähnlich haben.
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Aber hier kommt dann eben diese zusätzliche Ebene noch dazu,
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dass über dieses Kind- und Jugendlichenleben geschichtliche Zusammenhänge sehr,
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sehr anschaulich erzählt werden.
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Also wenn jemand über den Iran was erfahren will,
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kann er sich diese Bücher durchlesen und hat wirklich viel erfahren auf eine
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sehr, sehr angenehme Weise so.
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Und deswegen, das sind diese verschiedenen Ebenen, die wirklich gut gelöst sind
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und gut gemacht sind. Lara, wie ist das bei dir gelandet, das Comic?
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Über meine journalistische Arbeit, als ich mich damit so ein bisschen auseinandergesetzt
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habe, zuerst einmal, was es eigentlich so gibt in diesem politischen Spektrum.
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Und da kommen wir ja natürlich auch auf so ein bisschen diese internationale
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Sache auch dazu zu sprechen, weil ich habe natürlich mit Maus von Art Spiegelman
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und Will Eisners Comics so ein bisschen angefangen, in diese Sachen reinzukommen.
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Und da ist natürlich Persepolis mittlerweile eins, das in einem Atemzug genannt
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wird, was schon krass ist.
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Also es ist ein Riesenerfolg. Und sie hat sich ja auch stark an Spiegelmans
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Maus orientiert, sowohl was das Schwarz-Weiß angeht, aber auch so ein bisschen
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eben diese Vermischung aus autobiografischen mit so ein bisschen Fiktionalen.
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Weil bei Maus ist es ja, sind es halt eben diese Tierfiguren und deswegen bin
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ich da so ein bisschen hingekommen und war dann schon ziemlich begeistert davon,
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was ich da alles erfahren habe,
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weil ich wusste zu dem Zeitpunkt ehrlich gesagt nichts über den Iran.
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Also für mich war das beim ersten Lesen ein absolutes Bildungsding.
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Und das hat mir auch damals wirklich so und es ist bis heute so,
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diese Möglichkeit von Comics gezeigt, wie man solche Inhalte vermitteln kann,
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ohne dass es eben irgendwie wie ein Geschichtsbuch wirkt oder wie so ein zäher
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Roman oder irgendwie ein Dokumentarfilm oder sowas. Das ist was, was der Comic halt kann.
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Der kann das halt. Der kann diese ganzen Informationen so aufbereiten,
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dass sie für mich und für viele andere deutlich,
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einfacher zu verstehen sind und auch irgendwie trotz der schwierigen Sachen,
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die da erzählt werden, durch diese kleine Prise Humor und,
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diesen sehr schwarzen Humor hat sie sich ja immer behalten, also bei ihren späteren
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reinen Filmen, Realfilmprojekten hatte sie ja oft auch so eine schwarzhumorige
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ja, Ebene mit drin, sag ich mal, mindestens und das
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gehört so ein bisschen zu ihrem Stil, würde ich sagen und das fand ich,
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super faszinierend, muss ich ganz ehrlich sagen und Deswegen,
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ist es auch immer noch bis heute, glaube ich, so.
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Besonders, weil es eben diese Qualität auch hat.
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Und es ist ja international auch ein absoluter Bestseller, seit es rausgekommen
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ist. Es ist, ich weiß gar nicht, ich glaube, in fast 20 Sprachen übersetzt oder so.
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Also wirklich ja, also unfassbar. Das schafft ja wirklich wenige Comics so,
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so, so erfolgreich zu sein.
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Hat auch den Max-und-Moritz-Preis unter anderem gewonnen. Ach was.
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Das ist nochmal die Verbindung nach Erlangen.
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Damals noch, glaube ich, mit
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diesem komischen Titel Bester importierter nicht-deutscher Comic oder so.
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Heute sagt man einfach Bester internationaler Comic. Und auch Angoulême hat
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natürlich, und sogar den Preis der Frankfurter Buchmesse oder so.
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Also ich glaube, man kann das wirklich daran festsehen, dass das halt auch immer noch,
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total der Tipp ist, wenn Leute irgendwo hingehen und sagen, ich möchte was über
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den Iran und die Geschichte des Irans lernen, dann gibt man ihnen dieses Comic.
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Und dann haben die, glaube ich...
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Den besten Grundstock an Wissen, den man haben kann.
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Und es ist ein Riesenverlust, dass sie jetzt gestorben ist, weil ich glaube,
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da hätte sie noch ein, zwei von diesen Comics über die jetzige,
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aktuelle Geschichte durchaus in sich gehabt.
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Und es ist wirklich ein großer Verlust. Ja, es ist...
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Und interessant, dass du Maus angebracht hast, weil der ist einer der wenigen
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weiteren autobiografischen Comics, die ich rundum gelungen finde.
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Und was haben die beiden gemeinsam? Es ist diese Verbindung von persönlichen
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Erlebnissen und dem geschichtlichen.
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Also bei Maus ist es diese schwierige Beziehung zwischen Art Spiegelman und
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seinem Vater als der persönliche Anker und eben der Holocaust als das geschichtliche,
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schreckliche Thema dabei.
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Und auch in Maus gibt es zwischendurch viel zu lachen in dieser Beziehung,
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also habe ich jedenfalls so empfunden.
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Und genau, bei Persepolis ist es eben diese Jugend, Kindheit und Teenagerjahre
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und die Geschichte des Irans als die Verbindung von Persönlichem und Geschichtlichem.
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Und beide Comics haben auch gemeint, dass sie als Comics auch wirklich gut erzählt sind.
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Also mein Problem mit autobiografischen und auch historischen Stoffen ist,
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dass sie oft, wenn es jetzt um ein ernstes Thema geht, so ehrfürchtig vorgehen,
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dass handwerkliche Dinge des Comics vernachlässigt werden.
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Ich wüsste manchmal auch gar nicht, wie man das anders machen sollte,
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weil das Thema eben so schwer ist.
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Aber hier ist es so gut gelungen, dass es sich einfach gut liest,
00:24:27
dass es gut gemacht ist, dass es auch rein erzählerisch und handwerklich einfach gute Comics sind.
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Und das würde ich aus Comiczeichnersicht sowohl Maus als auch eben Persepolis sehr zugute halten.
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Mhm. Und Marjan Zatrapi hat eigentlich, als sie dann Filmregisseurin war,
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gesagt, sie würde keine Comics mehr machen, weil ihr die Herausforderung fehlt.
00:24:51
Aber sie ist eben mit diesem Frau-Leben-Freiheit-Buch, was eine Anthologie ist,
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wo viele verschiedene ZeichnerInnen was beigesteuert haben, doch wieder zum Comic zurückgekehrt.
00:25:01
Von daher würde ich es auch nicht ausschließen, dass sie vielleicht auch mal
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wieder ein Comic gezeichnet hätte, wenn sie eben jetzt nicht so früh uns genommen worden wäre.
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Und ich glaube, diesen besonderen Stand ihres Werks oder ihrer Werke,
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den kann man auch daran erkennen, dass es super schwierig ist,
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wenn jemand sagt, okay, ich habe jetzt Persepolis gelesen,
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kannst du mir was empfehlen, was so in die Richtung geht, was so ähnlich ist?
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Und es ist unglaublich schwierig da was passendes zu finden finde ich weil erstens
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gibt es einfach nicht so viel in die richtung es gibt extrem viele,
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historische sachen mittlerweile es gibt auch autobiografische sachen es gibt
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die vermengung von beiden aber auf dem level und,
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mit der faszination und auf dem mit dem mit dieser herangehensweise das ist
00:25:51
wirklich schwierig Also selbst, wenn man jetzt mal so Leute nimmt wie seine
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Abi Rashet, die ja einen ähnlichen optischen Stil hat, würde man sagen, die auch.
00:26:02
Ähnliche Themen so ein bisschen aufbereitet, auch.
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Zum Beispiel ihr Buch Zuflucht nehmen, da gibt es auch Persönliches und Gesamtgesellschaftliches,
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sage ich mal, oder das Spiel der Schwalben von ihr.
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Das sind ja schon Sachen, wo man sagen könnte, ah, das könnte in die Richtung
00:26:20
gehen. Aber ich finde es trotzdem noch ein anderes Level.
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Oder auch der Araber von morgen, von Riyad Sattouf. Es ist ja auch ähnlich.
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Aber ich finde schon, da ist noch mal ein Unterschied. Ich weiß nicht,
00:26:30
wie es euch geht. Ja, es ist schwer zu erreichen, das Niveau,
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würde ich auch sagen. Wobei es natürlich auch ein Glücksfall ist,
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dass so viel zusammengekommen ist.
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Dass es eben jemand auch wirklich selbst aus seinem eigenen Leben erzählen kann.
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Das muss ja auch erst mal gegeben sein, sozusagen.
00:26:44
Und dann eben auch noch so, obwohl sie ja gar nicht vorher Comics gezeichnet
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hat, aber offensichtlich ein Talent dafür hat.
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Da kam halt alles zusammen so und das gibt's halt auch nicht so oft.
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Also ich will jetzt auch nicht irgendwie alle total entmutigen,
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die gerade eine Autobiografie zeichnen.
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Aber es gibt halt manchmal so Sachen, da passt irgendwie alles.
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Und ich würde schon sagen, dass Persepolis eben so ein Fall ist. Ja, auf jeden Fall.
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Also wie gesagt, wenn, dann würde ich so jemanden wie Ria Zertouf in diese Richtung
00:27:13
gehen lassen, der über Arabischen Frühling in Libyen und Syrien seine Geschichte
00:27:20
geschrieben hat, der ja auch genau autobiografisch das macht.
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Aber es ist eine andere Herangehensweise. Allein schon optisch,
00:27:25
finde ich, ist es eine andere Sache. Aber thematisch ist es zumindest ähnlich, würde ich sagen.
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Und es spricht ja auch Bände, dass jetzt Edition Moderne, die ja jetzt derzeit
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die Rechte an Persepolis-Comic haben, nochmal so eine Neuauflage mit so einem
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extra Vorwort jetzt gerade nochmal rausgebracht haben.
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Ich weiß gar nicht genau wann die rauskamen, aber auch vielleicht so maximal
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ein Jahr her oder so, wenn überhaupt.
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Und dass die sofort auch wieder die Charts stürmt. Also das ist ja auch nicht
00:27:53
üblich, dass so eine Wiederauflage von so einem Comic dann so gut ankommt.
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Ja, absolut. Es ist bei Edition Moderna am Anfang erschienen und jetzt eben
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auch in so einem Gesamtband wieder rausgebracht. Und ich habe gerade gelesen,
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dass es immer noch der absolute Bestseller da ist.
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Das ist natürlich auch interessant, dass so ein Comic, der es so verdient hat,
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eben auch plötzlich, oder was heißt plötzlich, sich einfach so gut verkauft weltweit.
00:28:16
Das ist schon ein Phänomen irgendwie. Ja, aber auch irgendwie nachvollziehbar.
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Es funktioniert halt so gut als Standardwerk für das Thema und es hat dann doch
00:28:24
auch so eine Allgemeingültigkeit.
00:28:26
Ich weiß aber noch, dass mich das auch so ein bisschen abgeschreckt hat, erst mal das Thema.
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So dieser politische Hintergrund, da war ich irgendwie Anfang 20 oder so,
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als es rauskam und das hat mich dann als Comic erstmal nicht so erreicht,
00:28:40
aber dann halt etwas später der Film.
00:28:42
Bevor wir aber zum Film kommen, wollte ich nochmal kurz auch auf Kritik eingehen,
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die ich jetzt erst bei der Vorbereitung für diese Sendung überhaupt das erste Mal wahrgenommen habe.
00:28:55
Wie berechtigt die ist, kann ich als Außenseiter aber jetzt nicht nachvollziehen.
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Sie scheint nicht sehr verbreitet, zumindest in den Sprachen,
00:29:03
in denen ich das Netz durchsuchen kann.
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Aber ich habe schon hier und da sowas gelesen und gehört, deswegen will ich
00:29:10
es trotzdem mal kurz erwähnen.
00:29:12
Ich habe zum Beispiel gehört, dass Satrapi westliche Vorstellungen vom Iran
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und Islam reproduziere. Der Iran werde vor allem als Ort von Repression,
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religiösem Zwang und Gewalt dargestellt.
00:29:25
Und komplexe Realitäten würden zugunsten einer für westliche LeserInnen leicht
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verständlichen Erzählung vereinfacht.
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Auf den Vorwurf, sie repräsentiere den Iran oder die iranische Jugend heute
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nicht angemessen, antwortete sie 2022, wie sollte ich für sie sprechen?
00:29:42
Sie erklärte ausdrücklich, dass sie nicht beanspruche, für die jungen Menschen im Iran zu sprechen.
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War euch diese Kritik bekannt und was denkt ihr darüber?
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Also ich halte es für relativ unsinnig. Es ehrt Marjan Zatrapida,
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sie sagt, sie kann für die Jugend heute nicht sprechen.
00:30:00
Das kann sie auch nicht, weil es passiert.
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Denen noch viel extremer geht, als es ihr damals ging. Weil die eben massiv
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auf die Straße gehen und einen unglaublichen Blutzoll dafür bezahlen.
00:30:13
Und ja, während sie damals eben doch verglichen damit noch ein bisschen subtiler,
00:30:18
unter dem Regime gelitten hat.
00:30:20
Und sie schreibt übrigens im Vorwort etwas zu der Motivation,
00:30:24
warum sie diesen Comic gezeichnet hat. Und da ist ihre Motivation eigentlich
00:30:28
genau das Gegenteil wie das, was ihr hier vorgeworfen wird. Ich würde das ganz kurz mal zitieren.
00:30:34
Diese traditionsreiche Zivilisation wird fast ausschließlich mit Fundamentalismus,
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Fanatismus und Terrorismus in Verbindung gebracht. Als Iranerin,
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die mehr als ihr halbes Leben im Iran verbracht hat, weiß ich,
00:30:44
dass dieses Bild falsch ist.
00:30:46
Darum war es so wichtig für mich, Persepolis zu schreiben. Ich glaube,
00:30:49
dass man eine ganze Nation nicht
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aufgrund der Fehler einer extremistischen Minderheit verurteilen darf.
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Und genau so habe ich das beim Lesen auch empfunden. Also es ist halt so,
00:31:02
dass es, glaube ich, kein Land auf der Welt gibt, wo die Bevölkerung so unterschiedlich
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ist zu ihrer Regierung oder dem Regime.
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Und sie beschreibt die Bevölkerung des Irans sehr liebevoll und sehr vielfältig,
00:31:18
und sehr divers und so. Und sie beschreibt aber eben auch die Repressalien des
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Regimes in aller Deutlichkeit.
00:31:25
Und ja, wenn man also sagen würde, sie würde zum Beispiel den Islam generell
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schlecht dastehen lassen, dann würde man halt Islamismus und Islamofaschisten
00:31:34
mit Moslems verwechseln, was ich niemals gutheißen würde.
00:31:40
Also das wäre so ein bisschen das, was dem Vorwurf ja dann so bei dem Vorwurf mitspringt.
00:31:46
Also ich halte das für Quark und glaube auch, dass es jetzt nicht so oft vorgekommen
00:31:52
ist, dass diese Kritik geäußert wurde.
00:31:55
Ja, also ich kann es auch nicht nachvollziehen. Ich habe natürlich nur den LeserInnen-Eindruck
00:32:00
und ich fand halt genau das die Stärke auch an ihrem Comic, dass man eben gesehen
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hat, okay, nee, da ist noch ein ganz anderes Leben.
00:32:08
Und das ist nicht nur das, was wir in den zweiminütigen Beiträgen der Tagesschau mitbekommen und.
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Ich weiß nicht, wer diese Leute sind, die das kritisieren und natürlich,
00:32:24
ist ein Comic auch immer eine Reduktion und auch gerade ein autobiografischer
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Comic ist ja auch immer eine
00:32:30
Reduktion auf den eigenen Blickwinkel Aber dass sie da irgendwie was für den
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Westen gemacht hat, das halte ich für falsch, ehrlich gesagt.
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Aber viel mehr kann ich dazu auch nicht sagen.
00:32:40
Ja gut, dann belassen wir es auch dabei und kommen zur Verfilmung.
00:32:45
Ich, Majan, zukünftige Prophetin habe beschlossen, erstens, jeder muss sich
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immer anständig verhalten.
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Zweitens, jeder muss auch immer Gutes tun. Wir werden Zeugen eines historischen Moments.
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Drittens, keiner Oma soll es schlecht gehen. Wenn ich das so höre,
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möchte ich gleich deine erste Anhängerin werden. Echt, wa? Genial!
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Du warst bei einer Revolution dabei und einem Krieg. Stimmt,
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ja. Und? Hast du viele Tote gesehen? Ein paar schon. Wow, Wahnsinn.
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Alle gucken mich immer wie eine Wilde an. Für die sind wir fanatische Spinner,
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die sich unter lautem Gebrüll dauernd prügeln.
00:33:26
In deinem Leben wirst du vielen Idioten begegnen. Bleib ich stets in Tege und dir selbst treu.
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2007 wurde Persepolis verfilmt mit Majan Satrapi als Co-Regisseurin,
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zusammen mit Vincent Paronaut.
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Die Verfilmung war als überwiegend schwarz-weißer Zeichentrickfilm sehr nah
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am Comic, wurde international gelobt und gewann unter anderem den Preis der
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Jury des Cannes Film Festival.
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Später verfilmten die beiden auch noch Satrapis Comic Huhn mit Pflaumen,
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das im Iran der 50er spielt.
00:34:13
Und sie drehte auch noch weitere Filme als Regisseurin, zum Beispiel einen Film über Marie Curie.
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Ihr kennt Persepolis, aber kennt ihr auch noch andere Filme von ihr?
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Ich habe Hut mit Pflaumen gesehen, ist aber ziemlich lange her.
00:34:27
Den fand ich auch sehr schön.
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Den Marie Curie-Film habe ich noch nicht gesehen. Das war ja tatsächlich ihr
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letzter, wenn ich richtig informiert bin.
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Ich habe aber noch einen weiteren Film gesehen, was mir auch jetzt gerade erst,
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als ich mich damit beschäftigt habe, noch mal so bewusst geworden ist.
00:34:40
Der heißt The Voices von 2014 mit Ryan Reynolds, wo er einen Serienmörder spielt,
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der von seiner Katze immer gesagt bekommt, er möge Leute umbringen und von seinem
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Hund immer gesagt bekommt, er möge doch die Normalität anstreben.
00:34:55
Also so ein wirklich sehr schwarzhumoriger, bizarrer Film und so,
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der auch so ein bisschen zeigt, wie sehr sie dann auch das Regiefach schon umarmt
00:35:02
hat, dass sie so wirklich verschiedene Genres und so auch schon gemacht hat.
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Das fand ich, den hatte ich auf dem Fantasy-Filmfest seinerzeit gesehen und
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war ganz fasziniert, dass das die gleiche Regisseurin wie Persepolis ist.
00:35:16
Also faszinierend. Und ja, der Persepolis-Film ist, ich habe ihn damals im Kino gesehen.
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2007 kam der, glaube ich, ins Kino. Auch mit meiner Frau zusammen.
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Wir waren total begeistert und habe ihn auch gestern in Vorbereitung auf die
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Sendung noch mal gesehen und finde ihn nach wie vor toll, weil er einfach eine
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wahnsinnig tolle Bildsprache hat. Also diese harten Schwarz-Weiß-Bilder aus
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dem Comic werden perfekt in den Film übertragen.
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Aber noch mal ergänzt um so tolle Bildaufbauten und so. Also es ist alles wahnsinnig
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durchdacht. Und der Co-Regisseur von Marjan Satrapi bei Persepolis,
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Vincent Paronaut kennt man im Comic unter dem Pseudonym Vinschlüs.
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Und der hat unter anderem diesen sehr bizarren, überbordenden Pinocchio-Comic
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gemacht. Vielleicht hat den einer von euch gelesen.
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Genau, der macht so total undergroundige, wilde Sachen.
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Und wenn man die durchblättert, sieht man aber auch seinen unbedingten Willen
00:36:16
zur Gestaltung der Seite und zu sehr effektiven Aufbauten und so.
00:36:20
Und ich glaube halt, also Persepolis, der Film ist das Kind von Marjan Satrapi,
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das ist schon klar, auf jeden Fall.
00:36:27
Aber er war halt nicht nur irgendwie ihr Gehilfe oder so, sondern er hat,
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glaube ich, diesen Willen zur Gestaltung mit eingebracht.
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Weswegen eben die Bilder, die man im Film sieht, basieren immer auf Bildern
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aus dem Comic, aber sind nochmal so ein bisschen eingängiger und nochmal so
00:36:40
ein bisschen faszinierender aufbereitet.
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Und das ist, glaube ich, nochmal ein großer Teil gewesen, dass der Film eben
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auch so gut funktioniert, wie er funktioniert.
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Und gleichzeitig sehr nah am Comic ist aber auch eine Verdichtung vom Comic.
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Also es sind bestimmte Nebenschauplätze weggelassen worden oder verdichtet worden,
00:36:57
aber er funktioniert halt einfach wunderbar und sieht irre toll aus.
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Also ich liebe so Zeichentrickfilme, die halt wirklich Zeichentrick sind und
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einen ganz eigenen Stil haben und nicht so mit dem Mainstream schwimmen und
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so. Das ist ein Wahnsinnsfilm.
00:37:12
Ja, und ich finde auch einfach bemerkenswert, wie nah der so visuell jedenfalls am Comic dran ist.
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Es gibt ja öfter mal so Verfilmungen, die dann in der Animation sich doch recht stark vom
00:37:26
Ursprungsmaterial entfernen und ich finde das irgendwie immer toll,
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wenn es sehr nah dran ist und der Vibe vom Comic wirklich gut erfasst wird und
00:37:36
das macht er ja wirklich super.
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Das auf jeden Fall. Also das Optische ist schon auf jeden Fall ein Riesending,
00:37:42
aber durch die auditive Ebene kommt halt ja auch noch was dazu.
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Also ich finde, das ist ja das, was dann auch so ein bisschen diese Medienverschiebung
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ist, weil das ist das, was der Film halt kann, was der Comic nicht kann.
00:37:55
Und ich finde, da haben die SprecherInnen schon echt auch tolle Arbeit geleistet
00:38:00
und alles drumherum. Also das macht auf jeden Fall nochmal was mit der ganzen Sache.
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Und ich glaube, beide Versionen stehen da gleichberechtigt nebeneinander.
00:38:13
Ich könnte jetzt nicht sagen, was ich besser finde, ehrlich gesagt.
00:38:16
Und wenn mich jemand fragen würde, soll ich erst den Comic lesen oder erst den
00:38:20
Film schauen, würde ich sagen, was ist denn das Medium, was dir mehr zusagt?
00:38:27
Und dann mach das zuerst. Also wenn man halt aus dem Comic-Bereich kommt und
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jeden Tag 15 Comic liest, dann sollte man auch erst das Comic lesen.
00:38:34
Und wenn man aber ein Filmfreak ist und gar nicht so viel mit Comics zu tun
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hat, dann guck erst den Film.
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Aber man sollte am besten beides irgendwie, in welche Reihenfolge auch immer.
00:38:45
Mal angeguckt oder gelesen haben, weil ich finde, das ist beides sehr, sehr wertvoll.
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Ich habe auch diesen The Voices gesehen und war mega überrascht.
00:38:53
Ich habe Chicken with Plums nicht gesehen, weil ich auch das Comic nicht so
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gut fand, muss ich ehrlich sagen. The Voices fand ich urkomisch,
00:39:01
also da ist wirklich Humor die Stärke.
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Den Radioactive, den Marie Curie-Film fand ich in Ordnung.
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Also, da weiß ich halt nicht, wo genau was anders gelaufen ist.
00:39:17
Ich kann mich jetzt auch nicht mehr so ganz erinnern, der ist 2019 rausgekommen.
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Aber ich habe den so in Erinnerung, dass da schon so ein paar Punkte waren,
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die mich irgendwie gestört haben.
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Ich weiß nicht, ob es irgendwie an der Beziehung mit dem Mehmann lag oder irgendwas,
00:39:34
aber ich müsste den nochmal sehen, werde ich auch demnächst nochmal machen.
00:39:38
Und sie hat tatsächlich dann noch zwei andere Filme gemacht und zwar vorher
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hat sie 2012 einen französischen Film rausgebracht ich hoffe,
00:39:47
ich spreche das halbwegs korrekt aus La Bande de Jotard,
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Das ist eine Krimi-Komödie, in der sie auch selber die Hauptrolle gespielt hat.
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Den habe ich noch nicht gesehen. Der wird nicht so hoch geratet,
00:40:01
also weiß ich nicht, was mich da erwartet, wenn ich den hoffentlich irgendwann sehe.
00:40:06
Und zuletzt hat sie tatsächlich 2024 noch einen Film gedreht,
00:40:10
Dear Paris. Den habe ich aber auch noch nicht gesehen.
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Also sie hat ein kleines Oeuvre, aber ich denke, man kann da vielleicht,
00:40:19
Ich werde auf jeden Fall Radioactive noch mal gucken und schauen,
00:40:22
ob ich die anderen beiden auch noch mal finde.
00:40:24
Und Persepolis kann man, glaube ich, leicht finden. Also entweder Streaming
00:40:29
oder tatsächlich wahrscheinlich einfach in der Bibliothek ausleihen auf Blu-ray
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oder DVD, könnte ich mir vorstellen. Ja, unbedingt.
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Die anderen Filme muss ich dann auch noch mal gucken. Ist ja interessant,
00:40:40
was du da gerade erzählt hast. Von dem letzten wusste ich tatsächlich noch gar nichts.
00:40:44
Ergänzend wollte ich noch sagen,
00:40:46
weil du, Lara, gerade auch die SynchronsprecherInnen angesprochen hast.
00:40:51
In der deutschen Fassung des Films spricht die gezeichnete Marjan Yasmin Tabatabai,
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was ein großer Glücksgriff ist, weil sie eben nicht nur eine tolle Schauspielerin
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ist, sondern auch den persischen Hintergrund hat.
00:41:04
Und ja, sowas finde ich halt perfekt, wenn man so jemanden dafür auswählt.
00:41:10
Und da ist auch die Synchronfassung wirklich gut gelungen.
00:41:15
Und das ist dann eben nochmal tatsächlich so eine Ebene, wie du schon gesagt
00:41:17
hast, die der Comic nicht hat. Also da steht der Film dann auch für sich.
00:41:21
Also es sind einfach zwei wirklich sehr gelungene Versionen dieses Stoffs.
00:41:27
Und was ich auch am Film ist, eine Sache ja noch neu und zwar wird der Film
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im Rückblick erzählt, was im Comic nicht ist.
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Der Comic wird chronologisch erzählt. Hier ist es so, dass sie auf dem Flughafen
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ist und sich erinnert an ihre Kindheit und Jugend. Stimmt, stimmt.
00:41:41
Und diese Rahmenhandlung ist in Farbe gezeichnet, während der Film an sich in
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schwarz-weiß ist die Geschichte an sich.
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Und da wurde sie in Cannes bei der Pressekonferenz drauf gefragt,
00:41:51
das habe ich auch gestern noch mal gesehen, und hat gesagt ...
00:41:54
Ja, wir haben die Rahmenhandlung farbig gemacht, damit wir sagen können,
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wir haben einen 97-minütigen Farbfilm gedreht mit einer 94-minütigen Schwarz-Weiß-Rückschau.
00:42:05
Das ist doch genau Ihr Humor. Genau, das merkt man da wieder,
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was sie eben auch für so einen trockenen Humor irgendwie hatte.
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Ja, ich habe nochmal gerade auf die Synchronisation geschaut.
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Da ist ja im Original auch Catherine Deneuve dabei.
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Und in der englischen Fassung sogar hat es auch einen illustren Cast.
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Da sind Sean Penn und Iggy Pop als Onkel Anouche dabei.
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Also da kann man sich vielleicht auch alle Sprachversionen einfach mal angucken.
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Was ist das, mein Kind? Sei nicht so triste. Toi, deine Geule.
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Sie haben ihn verletzt. Und du hast nichts getan. Ich bin hier für nichts.
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Das sind die Augen... Tais, ich will nicht mehr sehen.
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Va-t'en! Va-t'en! Va-t'en!
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Satrapi lebte in Paris, wo sie den schwedischen Schauspieler und Produzenten
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Matthias Rieper kennenlernte und heiratete.
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Nachdem dieser letztes Jahr an Krebs starb, litt Satrapi unter schweren Depressionen.
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Im April 2026 besuchte sie deswegen eine Klinik in München. Aber am 4.
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Juni starb auch sie dann, wie ihre Familie erklärte, vor Traurigkeit über den Tod ihres Ehemanns.
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Wenn du da draußen gerade in einer psychischen Krise steckst,
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wende dich zum Beispiel an die Telefonseelsorge. Kostenlos, rund um die Uhr,
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erreichbar unter 116 123.
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Und dann würde ich gerne auch nochmal einen kleinen Blick auf die Lage im Iran
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aktuell werfen und vielleicht einen kleinen Ausblick.
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Im September 2022 löste im Iran der Tod der Studentin Gina Mazar-Amini die größten
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Proteste seit Jahrzehnten aus.
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Sie war wegen eines angeblichen Verstoßes gegen das Verschleierungsgesetz von
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der iranischen Sittenpolizei festgenommen, geschlagen und dabei getötet worden.
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Aus den Demonstrationen gegen die Kopftuchpflicht entwickelte sich eine landesweite
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Bewegung gegen das politische System.
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Die Behörden gingen mit Massenverhaftung, Gewalt und Hinrichtung gegen Demonstrierende vor.
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Bela, wie nimmst du die Situation seitdem wahr? Zuletzt hat ja dann auch noch
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Trump einen Krieg mit dem Iran begonnen.
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Aber die letzten Jahre waren ja vermutlich durchgehend aufregend, oder?
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Ja, es ist eine schreckliche Situation. Also 2022, die Frau-Leben-Freiheit-Proteste.
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Ist ja der Höhepunkt gewesen einer Reihe von Protesten, die seit vielen,
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vielen Jahren dort stattfinden und die eigentlich immer umfangreicher wurden
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und immer brutaler niedergeschlagen wurden vom Regime.
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Und man dachte eigentlich schon, dass es die Reaktion brutaler als bei Frau
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Leben Freiheit nicht mehr sein könnte.
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Aber Anfang diesen Jahres gab es dann noch größere Proteste und das Regime hat
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also, ja, die Zahlen lassen sich nicht klar belegen.
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Aber es ist eigentlich ziemlich sicher, dass es zwischen 30.000 und 40.000 Menschen gewesen sind, die,
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Innerhalb von wenigen Tagen von Revolutionsgarden, von Basij-Milizen und von
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bezahlten islamistischen Söldnerbanden aus dem Irak, die noch dazugekommen sind,
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niedergemetzelt worden sind. Das ist also eigentlich ein Massenmordgeschehen.
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Und das ist eine Eskalationsstufe, die wirklich ihresgleichen sucht.
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Und ja, dann kam eben dieser Krieg jetzt noch.
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USA und Israel haben den Iran angegriffen und natürlich ist Trump kein vertrauenswürdiger,
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Staatspräsident und zu seinen Motivationen kann man auch nicht sagen oder wild spekulieren.
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Trotzdem haben die IranerInnen, mit denen ich gesprochen habe,
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die Chancen gesehen in diesem Krieg. Auch wenn das Völkerrecht gebrochen wurde und so.
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Ich habe zum Beispiel gehört, wie einer sagte, wir sterben sowieso,
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entweder durch das Regime oder durch israelische und amerikanische Raketen.
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Und dann sterben wir lieber durch die Raketen, damit die nächste Generation
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ein Leben in Freiheit hat. Und man hatte die Hoffnung, dass,
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so unübersichtlich das auch ist, das Regime so geschwächt wird,
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dass eben der nächste Aufstand zum Ziel führen würde.
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Und als dann Ayatollah Ali Khamenei getötet wurde durch die Angriffe,
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da wurde eben auch gefeiert im Iran und auch in der iranischen Diaspora.
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Und es ist klar, man soll eigentlich nicht feiern, wenn jemand stirbt.
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Aber ich kann das nachvollziehen.
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Ich habe dem auch keine Träne nachgeweint.
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Und ich hatte eben auch ein bisschen die Hoffnung, dass wenn die,
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Also man muss dazu sagen, dieses System ist nicht nur der Ayatollah,
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sondern es sind diese ganzen Revolutionsgarden, es sind so viele Menschen,
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die da von diesem System profitieren,
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dass man nicht nur einen Kopf abschlägt und das Ganze ist gelaufen.
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Ich hatte trotzdem die Hoffnung, dass sie die erste Riege wegkriegen,
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um es mal so salopp zu sagen, die zweite Riege, die dritte, die vierte und die
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fünfte vielleicht dann nicht mehr so effektiv arbeitet und es beim nächsten
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Aufstand dann eben klappt.
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Es scheint nicht funktioniert zu haben.
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Das Regime ist relativ fest im Sattel, hat jetzt auch noch durch die...
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Straße von Hormuz einen zusätzlichen Hebel irgendwie entdeckt.
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Und ja, was ich halt auch besonders bitter finde, ist, jetzt werden eben Verhandlungen
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geführt und es ist so ein Abkommen unterzeichnet worden und so.
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Und niemand spricht mehr von den Menschenrechten und von den Menschen im Iran, von der Bevölkerung.
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Weder die Amerikaner noch hier die Europäer leider.
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Und das geht dann sogar so weit, dass die Europäer sagen, ja,
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wenn ihr einen Frieden macht, dann sind wir bereit, Sanktionen zu lockern und
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eingefrorene Gelder freizugeben.
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Also bitte, das hat man gemacht, die Sanktionen und die Gelder,
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nicht nur auch natürlich wegen dem Atomprogramm, aber auch wegen der Menschenrechtslage.
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Das zu lockern, ist wirklich das Schlechteste, was man machen kann.
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Also ich kann es absolut nachvollziehen, wenn das iranische Volk sich verraten
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fühlt vom Westen jetzt und die Situation ist verfahren. Also man kann wirklich verzweifeln.
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Ja, also ich bin massiv enttäuscht einfach von der Politik, vor allem natürlich
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von der eigenen Bundesregierung, die da einfach, wenn überhaupt,
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nur Lippenbekenntnisse von sich gegeben hat.
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Aber dass natürlich so jemand wie Trump jetzt das Ganze noch verschlimmert hat
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und dem Regime jetzt noch mehr Möglichkeiten gegeben hat, anstatt es zu schwächen,
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oder was auch immer, das ist natürlich ein ganz, ganz fataler Vorgang jetzt.
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Also ich finde, das ist eine Katastrophe,
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was da passiert ist und es wird immer katastrophaler und jetzt quasi dieser
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neue Deal, der die Situation schlechter macht, als sie vorher war und die war
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vorher ja schon nicht besonders gut, aber vorher hatte man eben noch irgendwo
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so ein bisschen Druckmittel.
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Und wenn jetzt auch noch die restliche Welt irgendwie versucht oder da irgendwie
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versucht ist, da Sachen zu lockern, um nur irgendwie wieder Frieden oder sonst irgendwas zu bekommen.
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Dann ist das ein Riesenfehler, das ist ein Riesenfehler meiner Meinung nach und...
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Ich bin da schon einfach schwer enttäuscht von der UN, von der EU,
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von Deutschland und von allen anderen, dass sie sich da so, ich würde nicht
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mal sagen, ich hätte das Licht führen lassen, weil sie werden ja nicht verarscht,
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sondern sie machen das ja willentlich.
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Und das ist natürlich super traurig jetzt auch in Bezug auf Satrapi,
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die da so für gekämpft hat,
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in ihren Werken und ihrem Ton, dass sich was verbessert und für diese Leute,
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die sich da jetzt wirklich auch geopfert haben und dieses riesen Massaker,
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das ist also beschämend ist das einfach, meiner Meinung nach und vielleicht
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auch nochmal so ein bisschen, weil du gesagt hast,
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Bela man muss das so verstehen, dass da ein ganzes System dran hängt,
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da gibt es auch nochmal einen ganz guten Film, einen Realfilm tatsächlich,
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die Saat des heiligen Feigenbaums heißt der.
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Ist ein Spielfilm von Mohamed Rasulov oder Rasulov, ich weiß nicht,
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wie man es ausspricht, tut mir leid der, der,
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diese Situation noch ein bisschen aufdrüsselt, weil da geht es um eine Familie,
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Vater und ich glaube mit zwei Töchtern,
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Ehefrau und der wird in diese Revolutionsgarden befördert, mehr oder weniger
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während die Mädchen aber immer mehr in diese Frau leben Freiheit Bewegung,
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weil die älteste Tochter zur Uni geht.
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Sich abspalten und dann treffen da quasi innerhalb dieser Familie diese Konflikte aufeinander.
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Das ist sehr eindrücklich und auch teilweise sehr heftig, also dann kann ich
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auch nur empfehlen, wer sich da nochmal irgendwie auf diese Art und Weise einen Eindruck machen will.
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Ist das ein guter Film, aber insgesamt ist es einfach, wenn ich an den Iran
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denke, da wird mir einfach nur noch schlecht und es tut mir so leid für die
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Leute dort, mehr kann ich einfach gar nicht sagen.
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Wir können immer nur daran erinnern, dass das gerade passiert und was da gerade
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passiert und dass die Leute nicht vergessen werden.
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Weil ich habe das immer in den letzten 10, 15 Jahren immer wieder festgestellt,
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dass dann mal kurz berichtet wird, wenn für ein paar Tage wieder so,
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ein Aufstand passiert ist und dann Gewaltausbruch und dann wurde aber nach einer
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Woche spätestens nichts mehr davon gesagt und zwei Jahre lang wurde nichts über
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den Iran gesprochen, außer es gab mal wieder Verhandlungen über ein Atomabkommen.
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Aber da wurden solche Sachen halt auch unter den Tisch gekehrt und jetzt wird
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es halt immer mehr unter den Tisch gekehrt oder halt einfach überhaupt nicht
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mehr werden und ich finde es Bankrotterklärung, muss ich ganz ehrlich sagen.
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Ja, politische Bankrotterklärung, absolut.
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Und es erklärt halt auch, warum das iranische Volk, aber eben auch die iranische Diaspora.
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Ja, sozusagen eine kollektive Depression hat. Also bei Marjan Satrapi war es
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jetzt ein persönlicher Schicksalsschlag, der offensichtlich den Ausschlag gegeben hat.
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Aber ja, ich kenne es von meiner Frau und von anderen, dass es da eben eine
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große Deprimiertheit und auch Wut mittlerweile gibt gegen diese Politik.
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Trotzdem, ich will vielleicht noch so ein bisschen auch in Aussicht stellen,
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irgendwann werden die, glaube ich, schon Erfolg haben mit ihren Aufständen.
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Also das Regime ist, glaube ich, personell trotzdem geschwächt jetzt durch diese Sachen.
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Der Sohn von Ali Khamenei, Mojtabah Khamenei, ist ja jetzt zum neuen Revolutionsführer,
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zum neuen Ayatollah gewählt worden. Und ob es dem überhaupt gut geht,
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weiß man nicht, weil der bis heute nicht aufgetreten ist.
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Ja, es gibt diesen ganzen Apparat,
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da gibt es auch wirtschaftliche Abhängigkeiten und so von Menschen.
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Also das ist nicht leicht. Aber wenn irgendwann wieder ein Aufstand kommt und
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vielleicht mal das Militär, nicht die Revolutionsgarden, die sind,
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wie gesagt, wirtschaftlich zu abhängig und auch ideologisch,
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zu indoktriniert, aber das normale Militär oder die normale Polizei umfällt
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und die Demonstrierenden unterstützt, dann wird der Moment gekommen sein,
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wo es irgendwann doch Früchte trägt. Das muss man einfach hoffen.
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Ja, ich glaube, da können wir jetzt auch nicht weiter reingehen.
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Ja. Ich denke, für einen Comic-Podcast sind wir da jetzt schon ganz schön tief
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in dieses politische Thema eingestiegen.
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Bela, danke dir für deinen Beitrag hier, für deine Perspektive.
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Ja, danke, Bela. Das waren spannende Einblicke auch. Ja, vielen Dank euch,
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dass ihr mich eingeladen habt. Ich war sehr gerne wieder bei euch.
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Gerne. Und euch da draußen. Vielen Dank fürs Zuhören.
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Bis bald. Yo. Tschüss.
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Wenn euch diese Sendung gefallen hat und ihr keine Folge verpassen wollt,
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dann meldet euch kostenlos an auf yaycomics.de slash privat.
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Dann könnt ihr unseren privaten Feed abonnieren, in dem zusätzlich zu den öffentlichen
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Folgen auch noch Bonusfolgen mit News und anderen Dingen erscheinen.
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Yaycomics.de slash privat.
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Kostet nix und geht ganz schnell. Außerdem könnt ihr uns folgen auf Blue Sky.
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Lasst uns gern Feedback da, wo auch immer.
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Wenn ihr angemeldete Mitglieder seid, dann probiert gerne mal unsere Feedback-Funktion
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aus auf unserer Website.
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Einfach unter der Episode auf den Feedback-Tab gehen und da gibt es dann die Aufnahme-Funktion.
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Ihr könnt aber auch einfach nur Text schreiben oder uns Briefe schicken per Brieftaube.
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Und empfehlt uns gerne weiter, gerade jetzt, wo wir wieder aktiver sind,
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würden wir uns natürlich freuen, wenn das auch viele Leute mitbekommen.
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Das hält diesen Podcast hier auch über diese Staffel hier dann vielleicht am
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Leben. Danke euch und bis bald.